Skip to main content
News

50 Jahre FFA – Ein Presseblick zum Jubiläum

Am Diens­tag­abend habe die FFA ihr 50. Jubiläum gefeiert, schreiben Andreas Conrad und Chris­tiane Peitz im Tages­spiegel. „FFA? Freiwillige Feuerwehr Augsburg?“ habe einer im Jubilä­ums­trailer gefragt. „Fiel Fiel Arbeit“, habe Doris Dörrie darauf erklärt. Zu den Gästen der Feier im Pierre Boulez Saal zählten Iris Berben, Karoline Herfurth, Volker Schlön­dorff und Regina Ziegler, auch Ulrike Ottinger, Burghart Klaußner, Andreas Dresen und Wim Wenders. Als Jubilä­ums­redner habe FFA-Präsident Bernd Neumann das Kino als „Premi­umort“ in Zeiten von Strea­mings beschworen, Kultur­staats­mi­nis­terin Monika Grütters habe die FFA als „weltweit einzige abgabe­ba­sierte, vom Solidar­ge­danken getragene Filmför­derung“ gefeiert: Roter Teppich ohne Ende (frei zugänglich)

FFA-Präsident Bernd Neumann sieht in der Filmför­de­rungs­an­stalt einen elemen­taren Baustein der deutschen Filmför­derung. Zum 50. Jahrestag hat er sich dazu ausführlich in einem Gespräch mit Ulrich Höcherl geäußert. Darin hebt er die Bedeutung der FFA auf der europäi­schen Ebene hervor: "..die FFA ist als Inter­es­sen­ver­tretung für die deutsche Filmwirt­schaft auf europäi­scher Ebene unver­zichtbar, die sie vor allem über die EFAD, die Verei­nigung der Europäi­schen Filmför­de­rungen, wahrnimmt. Das ist von entschei­dender Bedeutung, weil über fast jede filmpo­li­tische Frage auch von der EU entschieden wird."

Neumann begrüßt "..wenn von der neuen Bundes­re­gierung vorge­sehen ist, die inter­na­tionale Wettbe­werbs­fä­higkeit zu stärken und den DFFF II mit 75 Mio. Euro auszu­statten. Das ist wichtig, weil dann auch Einzel­för­de­rungen höher sein können. Hier sollen unter anderem VFX-Dienst­leis­tungen gefördert werden können, die sogar von Hollywood-Produk­tionen gebucht werden, weil sie so profes­sionell arbeiten. Wenn alles so kommt, wie es im Koali­ti­ons­vertrag steht."
Zu der Einführung der Leitlinien sagt Neumann: "Die Einzahler in die FFA, also die Filmver­werter, wollen nicht, dass wir unsichtbare Filme fördern." Er hebt hervor, dass ja trotz der Einführung "auch nicht weniger Geld im Bereich der Projekt­för­derung ausge­geben werde". Sondern es gehe um eine Konzen­tration der Mittel. Er hebt weiter hervor, dass die FFA und das BKM "nicht dieselben Filme fördern" könnten. "Als FFA sind wir gehalten, zunächst einmal unter wirtschaft­lichen Gesichts­punkten zu fördern, das wird häufig vergessen. Natürlich geschieht das auch unter dem kultu­rellen Aspekt, ohne den sich Filmför­derung in Deutschland gar nicht denken lässt. Primär sind wir jedoch verpflichtet, unter wirtschaft­lichen Aspekten zu fördern. Hier wäre es sicherlich zu wünschen, dass sich die Abstimmung unter­ein­ander noch verstärkt."

Hinsichtlich einer Filmabgabe von Strea­ming­platt­formen hebt er hervor, dass Amazon, mit seinem Sitz in München "schon längst eine Filmabgabe an die FFA leiste" und wünscht sich,  dass "auch andere global operie­rende Platt­formen zur Einzahlung bereit wären. Das vollständige Gespräch: Bernd Neumann: "Wir brauchen immer noch bessere Filme"

FFA-Vorstand Peter Dinges äußert im Gespräch mit Marc Mensch bei Blickpunkt:Film, dass die Urteils­ver­kündung am 28.1.2014, als das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt das Filmför­de­rungs­gesetz (FFG) für verfas­sungs­gemäß erklärt hatte, für Rechts­si­cherheit und Rechts­frieden gesorgt habe und die Ungleich­be­handlung zwischen Sendern und Kinos, die „jahrelang ein Stachel im Fleisch der Kinos“ war, „nun nicht mehr vorhanden" sei.
Das Kino, so Dinges weiter, habe den "Siegeszug des Fernsehens" ebenso überstanden wie die Einführung der erst analogen dann digitalen Video­aus­wertung." Aber es werde Verän­de­rungen geben, als Stich­worte nennt Dinges "Smart Data und Kunden­bindung". Hier habe das Kino gegenüber anderen Branchen, auch und gerade im direkten Wettbewerb mit den großen Platt­formen, einen immensen Nachhol­bedarf. Er glaube nicht, dass es eine "disruptive Wirkung des Strea­mings auf den Kinomarkt" geben wird und verweist darauf, dass das Jahr 2017 weltweit "das stärkste Kinojahr aller Zeiten – trotz global operie­render Strea­ming­dienste" gewesen sei. Skeptisch beurteilt Dinges im Gespräch, dass Streaming ein risiko­reiches Geschäfts­mo­dells sei und ob es sich auf Dauer halten könne: "Inves­ti­ti­ons­kosten im zweistel­ligen Milli­ar­den­be­reich, wenn gleich­zeitig ein Streaming-Abo für unter zehn Euro im Monat zu haben ist." Dinges spricht von einer Aufheizung des Marktes und betont: "Wachstum findet irgendwann seine Grenze. Dann kommt es zu Übernahmen und Konso­li­die­rungen." Dennoch sei es ihm "völlig unver­ständlich", dass Strea­min­dienste die Abgabe an die FFA nicht leisten. Diese seien nur "peanuts" im "Lichte der Milli­ar­den­um­sätze".
Zum Thema kürzere Sperr­fristen äußert er, dass es "gar keine Anträge" gäbe über die die FFA entscheiden müsse. Für ein "Gebot der Stunde" halte er aber eine "Anpassung an eine moderne Auswer­tungs­stra­tegie".
Zur Leitli­ni­en­de­batte sagt Dinges, dass "eine stabile, gesunde Struktur der Produ­zen­ten­land­schaft die wichtigste Grundlage für eine hohe Qualität des deutschen Films" sei und bleiben müsse und verweist auf die Evalu­ierung Ende diesen Jahres: "Bereit sein für Verän­de­rungen"

Der kultur- und medien­po­li­tische Sprecher der CDU/CSU-Bundes­tags­fraktion, Marco Wanderwitz habe erklärt, dass es Aufgabe des Bundes­tages ist, „das solida­rische Förder­system auf der Höhe der (digitalen) Zeit zu halten.“, berichtet finanzen.net. „Dazu gehört, konti­nu­ierlich zu prüfen, welche Verwer­tungs­formen audio­vi­su­eller Inhalte von Filmen und Bewegtbild profi­tieren, z.B. Strea­ming­dienste, und daher zur Filmabgabe heran­zu­ziehen sind.“ – Wanderwitz: 50 Jahre Filmför­de­rungs­an­stalt – erfolg­reich im Dienst des deutschen Films
(frei zugänglich)