[Archiv] News bis 31.12.2021

63. Berlinale: Auch Deutsche unter den Preisträgern

Am Ende einer „sehr mäßigen“ Berlinale habe  die Jury mit dem Preis für Calin Peter Netzers „Child’s Pose“ überrascht, schreibt Peter Körte in der Frank­furter Allge­meinen. Die deutschen Beiträge seien „erwar­tungs­gemäß“ leer ausge­gangen: Der Bär geht nach Rumänien (frei zugänglich)

Als Publi­kums­fes­tival seien die Berliner Filmfest­spiele zwar „ein enormer Hit“, im Wettrennen um die eigene Bedeutung mit den anderen großen europäi­schen Festivals wie Cannes und Venedig habe es sich die Berlinale auf dem dritten Platz aber bequem gemacht, kommen­tiert Verena Lueken in der Frank­furter Allge­meinen. Zum Erfolg eines Festivals gehöre nämlich auch, „dass dort Filme zum ersten Mal auf die Leinwand kommen, die anschließend bei Kritik, Publikum und mögli­cher­weise auch bei der American Academy of Motion Picture Arts and Sciences, welche die Oscars verleiht, ein Nachleben haben.“ Es sei „an der Zeit, zu fragen, ob es nicht auch anders geht“, so Lueken weiter: „Wäre ein anderes Datum denkbar? Können Filme, in denen viel deutsches Geld steckt, auf eine Premiere bei der Berlinale verpflichtet werden?“ Oder solle sich der Wettbewerb ganz auf den unabhän­gigen Film etwa aus Osteuropa und Asien konzen­trieren, wo Entde­ckungen möglich seien, und die „pompösen Galaver­an­stal­tungen als Special Events“ aus dem Programm heraus­lösen?  Für die Berlinale heiß es entweder „weiter so“ oder „endlich einmal ganz neu nachdenken“: Schwaches Bild

Der Goldene Bär gehe mit „Stellung des Kindes“ von Călin Peter Netzer an einen tollen rumäni­schen Film, schreibt Hanns-Georg Rodek bei Welt online. Die Krisen­stimmung in Berlin vertreibe das nicht, „das Problem ist das Herz des Festivals“: Guter Wettbewerb verzweifelt gesucht (frei zugänglich)

„Aber Jammern hilft auf Dauer auch nicht weiter“, schreibt Andreas Borcholte bei Spiegel online. Dieter Kosslick und sein Auswahlteam hätten es geschafft, die Berlinale in den vergan­genen Jahren behutsam neu auszu­ta­rieren, Schwer­punkte zu verschieben und eher nach inter­es­santen Filmen aus Asien und Osteuropa zu suchen, als sich – zumeist vergeblich – nach den wenigen Perlen des klassisch-europäi­schen Autoren­films und der begehrten ameri­ka­ni­schen Ware zu strecken: Berlinale-Bilanz: Bären für 17.000 Euro und ein paar Laien (frei zugänglich)

Folgende deutsche Filme und Kopro­duk­tionen gewannen Preise verschie­dener Berlinale-Jurys:
Harmony Lessons (KZ/DE/FR, deutsche Kopro­du­zenten: The Post Republic, Rohfilm): Silberner Bäre der inter­na­tio­nalen Jury für die beste Kamera an Aziz Zhambakiyev, Leser­preis der Berliner Morgenpost
Layla Fourie (D/ZA/F/NL, deutscher Kopro­duzent: Pandora): Lobende Erwähnung der Inter­na­tio­nalen Jury
die ruhe bleibt (Produktion: Stefan Kriekhaus): Preis der inter­na­tio­nalen Kurzfilmjury (Silberner Bär)
Circles (SRB/D/HR/SLO/F, deutscher Kopro­duzent: Neue Medio­polis): Forum-Preis der Ökume­ni­schen Jury
In Bloom (GE/D/F, deutscher Produzent: Indiz Film): Forum-Preis Inter­na­tio­naler Verband der Filmkunst­theater
Ashura (TR/D, deutscher Produzent: Studio Ergun): DAAD Kurzfilm­preis
Zwei Mütter (Filmaka­demie Baden-Württemberg): DFJW-Preis Dialogue en Perspective des Deutsch-Franzö­si­schen Jugend­werks
Chiralia (DFFB): Lobende Erwähnung des DFJW-Preises Dialogue en Perspective
Naked Opera (L/D, deutscher Kopro­duzent: Heimatfilm): Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung
Auf den Seiten der Berlinale: DIE PREISE DER 63. INTERNATIONALEN FILMFESTSPIELE BERLIN (Link auf PDF-Dokument, frei zugänglich)