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Doppeljubiläum von 50 Jahren Filmfördergesetz und Filmförderanstalt / Leitlinien

Die neuen Leitlinien der deutschen Filmför­derung gefährden die Vielfalt des Kinos, schreibt Andreas Busche im Tages­spiegel. Das Verhältnis von Referenz- und Projekt­för­derung sei bis heute ein Streit­punkt. "Dieser Streit dreht sich im Wesent­lichen um die Frage, ob das hiesige Förder­system dafür da sein sollte, kommer­zielle Erfolge zusätzlich zu belohnen oder schwierige, anspruchs­volle Filme zu ermög­lichen." Busche weiter: "Es scheint, als möchte die FFA die Zustän­digkeit für kommer­ziell weniger erfolg­ver­spre­chende Filme am liebsten an die Grütters-Behörde abgeben, nachdem deren kultu­relle Filmför­derung gerade auf 18 Millionen aufge­stockt wurde. Abgesehen von diesem Einzel­posten ist Kultur­för­derung auf Bundes­ebene aber Wirtschafts­för­derung, auch darum wurde 1987 das Kriterium „Qualität“ fest (wenn auch vage) im FFG verankert." Quali­tätskino statt Block­buster

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Blickpunkt:Film: Bundes­prä­sident Frank-Walter Stein­meier zum Jubiläum am 6.3.2018: "Die Arbeit der vergan­genen fünfzig Jahre war mithin auch eine perma­nente Anpas­sungs­leistung. Diese Balance zwischen Behauptung und Anpassung wird die FFA auch künftig halten müssen." "Perma­nente Anpas­sungs­leistung"

FAS: "Das FFG verdankte seine Entstehung einmal dem Wunsch, die Wettbe­werbs­nach­teile künst­le­ri­scher Filme auszu­gleichen. „Qualität“ in der aktuellen Praxis der FFA jedoch soll nur noch dazu dienen, wirtschaft­lichen Erfolg sicher­zu­stellen. Dies führt zu einer vollstän­digen Aushöhlung des Quali­täts­be­griffs im Namen eines weiterhin vergeblich angestrebten Erfolgs. Demge­genüber hat die EU-Kommission 2013 betont, dass ein kommer­zi­eller (also auf wirtschaft­lichen Erfolg abzie­lender) Film ausnahms­weise ein kultu­reller Film sein kann – und damit deutlich gemacht, dass Filmför­de­rungs­ent­schei­dungen nach dem FFG „der Förderung der Kultur dienen“ müssen, um beihil­fe­rechtlich zulässig zu sein."
Die Filmför­de­rungs­an­stalt (FFA) begeht ihren fünfzigsten Geburtstag. Aber gibt es bei schwin­denden Kinobe­suchen und hilfloser Krite­ri­en­lo­sigkeit überhaupt etwas zu feiern? Ein kriti­scher Gastbeitrag von Jascha Alleyne und Lars Henrik Gass Monument des Still­stands

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