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MeToo: Schauspielerin Martina Gedeck: „Mir gegenüber ist nie jemand übergriffig geworden.“

„Ich habe aber in einer Zeit angefangen zu arbeiten, in der es selbst­ver­ständlich war, dass Frauen eine unter­ge­ordnete Rolle spielen in dem ganzen Be-trieb. Es gab keine Kameraf­rauen, Verlei­he­rinnen, fast keine Produ­zen­tinnen, Sender­che­finnen oder Regis­seu­rinnen. Als Schau­spie­lerin warst du das Mädchen an der Seite des Haupt­dar­stellers, ich zumindest in der ersten Zeit. Diese fulmi­nanten Rollen für junge, zwanzig bis fünfund­zwanzig Jahre al-te Frauen gibt es erst jetzt. Frauen wurden lange klein­ge­halten. Das habe ich schon so empfunden. Seit ich Mitte, Ende dreißig bin, kamen die besseren Rollen, überhaupt kam vieles ins Rollen. Das hatte mit einem anderen Bewusstsein zu tun, dass sich Bahn gebrochen hat. Auf einmal begann man, auch Frauen zu Protago­nisten zu machen.“
"Wo liegt die Erklärung? Ich habe in Erinnerung, dass man in den Achtzigern in der Frage schon weiter war.
Vielleicht, weil man in der Jugend sich ohnmächtig und unsicher fühlt, bietet man sich an. In der Hinsicht haben viele Frauen Scheu­klappen. Alles muss bestimmten Normen entsprechen, alle sehen gleich aus, haben die Haare bis zum Po, ziehen sich supersexy an. Da gibt es keine Indivi­dua­lität. Die wurde in den Achtzigern großge­schrieben – es ging darum, was Eigenes zu finden, sich zu unter­scheiden. Es ging darum, frei zu sein, nicht jede Mode mit-zumachen, eigene Gedanken zu entwi­ckeln. Ich bin also auch fassungslos über das, was da gerade an Unifor­mität abgeht. Wenn du nicht konform gehst, fliegst du raus." Von Jörg Seewald in der Frank­furter Allge­meinen Zeitung (Ausgabe vom 29.8.2018, Feuil­leton) Nun wollen wir mal neue Geschichten sehen
(nicht frei zugänglich)