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Zur Lage des deutschen Dokumentarfilms: „Alles in allem ist die Lage misslich.“

schreibt Fritz Wolf in epd medien (Ausgabe Nr. 41 vom 12.10.2018, S. 9ff) und kommen­tiert, dass angesichts der Program­mierung des Films „Kulen­kampffs Schuhe“ erkennbar geworden sei, dass „es bei den Programm­planern im Ersten an Expertise“ fehle, „zu erkennen, wann ein Dokumen­tarfilm primetime-tauglich ist. Dokumen­tarfilm gilt generell als Spätpro­gramm.“

Wolf skizziert die Debatte um mögli­cher­weise „zu viele Filme“ die in den Kinos starten, betrachtet die Sende­platz­si­tuation, so zum Beispiel arte, wo „von 40 auf zwölf Sendungen im Jahr gestutzt“ worden sei und kommt zum Schluss, dass die Lage des Dokumen­tar­films „misslich“ sei.
Eine der Ursachen dafür läge im starren Förder­system, das unter den „neuen medialen Bedin­gungen zu unbeweglich“ sei. Wolf thema­ti­siert dabei auch die Sperr­fristen.
Auf dem inter­na­tio­nalen Markt schreibt er, gibt es zwar eine „verstärkte Nachfrage nach großan­ge­legten Dokumen­tar­filmen“, aber: „Wer seine Rechte an Netflix gibt, ist sie auch los.“ Wolf schreibt in seinem Beitrag, dass sich die Sender „seit geraumer Zeit finan­ziell“ zurück­ziehen würden, es sinkende Budgets bei Betei­li­gungen gäbe und aber die Anfor­de­rungen insgesamt höher würden.
Er beschreibt Ansätze, was zu tun sei, um dem Dokumen­tarfilm aus der beschrie­benen misslichen Lage zu helfen und sieht eine Notwen­digkeit darin medien­po­li­tisch aktiv zu werden und von den Sendern zu fordern, den Rückzug aus diesem Genre aufzu­geben – unter Besinnung auf den öffentlich-recht­lichen Auftrag, bei dem der Dokumen­tarfilm zum „Markenkern“ gehöre.

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