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Affäre Heinze/NDR (XIII): „Die Freundin der Tochter“ heute bei der ARD

Zur Sendung von „Die Freundin der Tochter“, dessen Drehbuch die inzwi­schen doppelt gekün­digte NDR-Fernseh­spiel­chefin Doris J. Heinze unter falschem Namen an den eigenen Sender verkauft habe, schreibt Björn Wirth in der Berliner Zeitung, der Schaden durch die Affäre reiche über Heinze und den NDR hinaus. Vielen Zuschauern werde das aber „herzlich egal sein,“ sie wollten einen guten Fernsehfilm sehen. In diesem Fall sei das gelungen, „ganz ausge­zeichnet sogar“. Das liege auch „am klugen Drehbuch“ von Doris J. Heinze: Ausge­zeich­neter Betrug (frei zugänglich)

In der Süddeut­schen Zeitung erzählt Joseph von Westphalen, wie er Mitte der neunziger Jahre ein Drehbuch über eine „betrogene Ehefrau, die mal nicht tobt, sondern die Geliebte des Mannes zur Freundin macht“ geschrieben und dabei auch Doris Heinze getroffen hatte: „Frau Heinze war sehr nett. Sie kommen­tierte das Drehbuch amüsiert, wir unter­hielten uns bestens und rissen Witze über meine Figuren. Sie machte ein paar Verbes­se­rungs­vor­schläge, die mir einleuch­teten.“ Das Drehbuch sei nicht verfilmt worden, und der „strecken­weise bitter­ernste“ Film „Die Freundin der Tochter“ habe mit dem „heiteren alten Drehbuch so gut wie nichts mehr zu tun“. Nur die Grundidee sei die gleiche: „Ob sich Doris Heinze beim Schreiben ihres Drehbuchs an meines erinnert hat? Eher nicht. Warum sollte sie nicht von selbst auf diese doch eigentlich nahelie­gende weibliche List gekommen sein?“ – Der Held war unbelehrbar (SZ vom 23.9.2009, Seite 15 – Medien)

Im Tages­spiegel vergleicht Simone Schell­hammer „Die Freundin der Tochter“ mit „Mein Mann, seine Geliebte und ich“, der am Montag­abend beim ZDF gelaufen ist. Dass sich die Geschichten ähnelten, „ist reiner Zufall. (So originell ist der Plot nun auch wieder nicht.)“ Aber es passe zum Thema Vielfalt im öffentlich-recht­lichen Rundfunk und auf kuriose Weise auch zu der Entde­ckung, dass Doris Heinze ein Drehbuch („Dienstage mit Antoine“) nicht nur an den NDR sondern auch leicht verändert („Dienstage mit Marie“) an die ZDF-Firma Network Movie verkauft haben solle. Sehenswert sei „Die Freundin der Tochter“ aber auf jeden Fall: Betrug in jeder Beziehung (frei zugänglich)

Beim Krimifest „Tatort Eifel“ sei die „in ihren ganz persön­lichen Krimi um sich selbst geneh­migte Drehbücher, gefälschte Pseud­onyme und betrogene Anstalten verstrickte Ex-NDR-Fernseh­film­chefin Doris J. Heinze zwar nicht anwesend, aber „mehr als präsent“, schreibt Steffen Grimberg in der tages­zeitung. Auch er findet, dass die Folgen für die Branche „immens“ sind: Da werde jetzt wieder von inter­es­sierter Seite die Qualität der öffentlich-recht­lichen Produk­tionen „an sich in Frage gestellt“, zitiert er Uli Aselmann, „dabei hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.“ Und Regisseur Lars Jessen sage: „Ich lasse auf Doris Heinze nichts kommen“, zwar könne auch er „die mensch­liche Dimension nicht verstehen“, doch nun sei doch höchst inter­essant, „wer jetzt alles aus dem Loch kommt, beleidigt tut“ und sich dabei in höchst unkon­kreten Andeu­tungen ergehe: Eine Branche ermittelt (frei zugänglich)