Wenn im kommenden Jahr die bezahlte Plazierung von Produkten im deutschen Privatfernsehen erlaubt wird, müssen sich nicht nur die Zuschauer daran gewöhnen, sondern auch die Programmveranstalter, schreibt Peer Schader in der Frankfurter Allgemeinen. Bisher sei völlig unklar, wie der Markt auf die Möglichkeit zur Plazierung von Werbung im Programm reagieren wird und in welchem Umfang Produktplazierungen im deutschen Fernsehen zu sehen sein werden. Einen deutlichen Umsatzschub erwarte bei den beiden großen Privatsendergruppen derzeit aber niemand. Beim RTL-Vermarkter IP Deutschland werde geschätzt, dass sich durch Product Placement etwa zwei bis drei Prozent der Kosten einer Produktion ausgleichen lassen, beim PSS1-Vermarkter Seven One Media möge man sich derzeit nicht auf eine konkrete Prognose festlegen.
Unklar sei auch, so Schader weiter, wie die konkrete Umsetzung der Placements erfolgen soll, immerhin müsse sich der Vermarkter dafür mit den Produzenten einigen, von denen aber viele selbst darauf spekulierten, durch Plazierungen zusätzliche Einnahmen zu generieren. „Unser erstes Interesse ist es natürlich, solche Angebote selbst zu vermarkten“, sage Annette Kümmel, Direktorin für Medienpolitik bei Pro Sieben Sat.1. Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland, werde deutlicher: "Das ermöglichende Leitmedium ist immer noch das Fernsehen, ohne Fernsehen gibt es keine Produktionen. Nichtsdestotrotz muss man am Ende mit den Produzenten gemeinsam Lösungen finden." Wenn die Ministerpräsidenten den Vertrag unterschreiben und die Länderparlamente die Änderungen genehmigen, solle der 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag voraussichtlich im April kommenden Jahres in Kraft treten: So richtig Bescheid weiß niemand mehr (FAZ., 6.10.2009, Nr. 231 / Seite 33 – Medien)