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Deutsche Filmakademie: Neuer Vorstandsvorsitzender

Die Presse­mit­teilung der Deutschen Filmaka­demie im Wortlaut:

Stefan Arndt als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Filmakademie verabschiedet. Thomas Kufus tritt seine Nachfolge an. Alfred Holighaus verstärkt die Geschäftsführung.

Bei der Mitglie­der­ver­sammlung der Deutschen Filmaka­demie mit anschlie­ßender Feier im Hamburger Bahnhof in Berlin wurde am vergan­genen Freitag Stefan Arndt, der erste Vorstands­vor­sit­zende der Deutschen Filmaka­demie, herzlich verab­schiedet. Stefan Arndt, Gründer und geschäfts­füh­render Gesell­schafter des Kreativ­zu­sam­men­schlusses X Filme Creative Pool sowie Vorstand des X Verleihs, sorgte in seiner sechs­jäh­rigen Amtszeit mit dafür, dass die Filmaka­demie lebendig, spannend, kontrovers, engagiert und kreativ wurde und blieb.

Die Präsi­denten der Deutschen Filmaka­demie bedankten sich für sechs Jahre heraus­re­genden Engage­ments: „Stefan Arndt hat zahlreiche Initia­tiven angeregt, kritisch befördert, hartnäckig verteidigt, die über das hinaus gingen, was für die Akademie Standard war. Er wollte eine lebendige, streitbare Akademie, die man in der Öffent­lichkeit nicht nur auf den Filmpreis allein würde festlegen können.“ Günter Rohrbach „Die Gründung der Deutschen Filmaka­demie war schwierig. Es galt, Vorur­teile zu überwinden, Vorbe­halte zu entkräften, Mut für und Vertrauen in eine Insti­tution zu haben, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hatte. Diese Schwie­rig­keiten waren aller­dings nichts im Vergleich zu denen, die die Akademie in den ersten Jahren – nennen wir sie ruhig die Gründer­jahre – zu erwarten hatte. Ohne Stefan Arndt wäre das alles nicht zu bewäl­tigen gewesen. Sein tempe­ra­ment­volles Engagement für die Sache der Akademie, seine Bestän­digkeit, – darf ich sagen Dickschä­del­igkeit? – für die Belange der Akademie, seine Souve­rä­nität, seine filmpo­li­ti­schen Erfah­rungen und vor allem seine Liebe zum Film haben ihn zu mehr als einen Vorstands­vor­sit­zenden gemacht. Er war der Motor. Heute ist die Deutsche Filmaka­demie beweglich geworden – auch wenn es manchmal noch im Getriebe knirscht. Ich habe viel Verständnis dafür, dass Stefan Arndt seine Zeit nun wieder seinem eigentlich Beruf und der X-Film widmen möchte. Aber er wird uns fehlen. Als Mitglied der Deutschen Filmaka­demie bleibt er uns erhalten und ich werde mich also noch oft an seiner Streitlust – mit Betonung auf LUST –, seiner Liebe zum Deutschen Film und seinem Verant­wor­tungs­gefühl für die Deutschen Filmaka­demie erfreuen.“ Senta Berger

Stefan Arndt blickte auf seine Amtszeit zurück: „Da ist schon eine Träne im Auge, wenn man zurück­denkt, was alles war, denn das Tolle an der Arbeit in der Filmaka­demie in den ersten sechs Jahren war, dass wir alles, ja wirklich alles, neu erfunden haben. Und dass es uns im Lauf der Jahre gelang, neben dem Filmpreis wichtige inhalt­liche Projekte umzusetzen. Wir sind weltweit wahrscheinlich die einzige Filmaka­demie, die sich durch ihre Arbeit für den Schutz der häufig bedrohten Gattung des ‚guten’ Films einge­setzt hat. Und dass dies auch noch basis­de­mo­kra­tisch geklappt hat, ist ein großer Erfolg.“

Arndts Nachfolge wird Thomas Kufus antreten. Kufus, Geschäfts­führer und Produzent der zero one film GmbH, produ­zierte so erfolg­reiche Dokumen­tar­filme wie „Black Box BRD“ oder zuletzt das Fernseh­ereignis „24h Berlin“.

„Als Vorstands­vor­sit­zender der Deutschen Filmaka­demie sehe ich meine Aufgabe darin, verstärkt filmpo­li­tisch relevante Debatten anzuregen. Dazu gehört, die konstruktive, manchmal auch nicht förder­liche, Zusam­men­arbeit zwischen Kino und TV kritisch zu hinter­fragen und Anstöße einer Neube­stimmung zu suchen. Die Produktion von Kinofilmen wird in den nächsten Jahren sicher nicht einfacher werden. Die Deutsche Filmaka­demie wird sich deshalb besonders für die substan­tielle Erhaltung des Kulturguts Kino einsetzen müssen.“ Thomas Kufus

Die Deutsche Filmaka­demie freut sich über einen weiteren perso­nellen Zuwachs: Alfred Holighaus, seit 2001 Sekti­ons­leiter der Perspektive Deutsches Kino bei der Berlinale, wird im Januar 2010 das Team als weiterer Geschäfts­führer verstärken und sich gemeinsam mit Filmaka­demie-Geschäfts­füh­rerin Chris­tiane Teich­gräber neuen Heraus­for­de­rungen stellen. Holighaus hatte sich bereits seit der Gründung der Deutschen Filmaka­demie für verschiedene Projekte des Vereins engagiert. Die Berlinale-Leitung kam mit dem Vorstand der Deutschen Filmaka­demie überein, dass Holighaus seinen kurato­ri­schen Tätig­keiten für die 60. Inter­na­tio­nalen Filmfest­spiele noch bis zu ihrem Abschluss nachkommt.