Skip to main content

Home Entertainment: VoD auf dem Vormarsch?

Apple werde die neue Generation seiner „bislang unpopu­lären Set-Top-Box Apple TV“ offenbar mit Kinofilmen des US-Video­ver­leihers Netflix bestücken, schreibt Florian Treiß beim Branchen-Infor­ma­ti­ons­dienst turi2. Netflix sei einst als DVD-Versender im Internet gestartet, streame die Filme aber mittler­weile auch sehr erfolg­reich ins Netz. 61 Prozent der 15 Mio Abonnenten klickten lieber auf Filme zum Direkt­an­sehen, als einen Tag auf Post zu warten. Zusätzlich zum Netflix-Angebot habe Apple offenbar die Fernseh­sender dazu bewegen können, die Preise für TV-Serien auf 99 Cent je Folge zu senken: Steve Jobs will Apple TV mit Netflix ausstatten (frei zugänglich).

Dieser Schritt käme nicht unerwartet, heißt es bei Video­Markt. Seit kurzem sei das Strea­ming­an­gebot der größten US-Onlinevi­deothek mit einer App auch auf iPad, iPhone und iPod Touch vertreten: Apple TV mit Netflix-App?

Der Kampf um die Vormacht­stellung im Internet-TV sei voll entbrannt, berichtet Heise online. Nach Infor­ma­tionen des Wall Street Journal wolle nun auch Amazon mitmi­schen. Der weltgrößte Online-Händler stehe in Verhand­lungen mit mehreren Medien­kon­zernen, um Fernseh­shows, Filme und Serien online auf Sendung bringen zu können: Amazon arbeitet an eigenem Internet-TV (frei zugänglich)

Zum Artikel auf den Seiten des Wall Street Journals: Amazon Grabs the TV Remote (frei zugänglich)

Das Video­portal Youtube verhandele mit Hollywood-Studios über einen weltweiten gebüh­ren­pflich­tigen Video­dienst, berich­teten die Financial Times Deutschland bereits am 30. August. Das Angebot solle noch vor Ende 2010 an den Start gehen. Mit einem solchen Dienst, der gegen Gebühr Film- und Fernsehin­halte zur Verfügung stellt, werde Google dann direkt mit Apple um die Vorherr­schaft beim digitalen Vertrieb von Filmin­halten konkur­rieren: Google macht Youtube zum Spiel­film­portal (frei zugänglich)

Den Kinos selbst wolle man dabei offen­sichtlich keine Konkurrenz machen, dafür aber den Video­theken, schreibt Kai Biermann in der Zeit. Die Filme sollen zeitgleich mit dem Erscheinen als DVD zugänglich sein, was „eine alte Sorge der Filmstudios“ sei. Sie fürch­teten, dass ein wichtiger Teil ihres Geschäftes wegbricht, wenn ihre Filme im Netz zu sehen sind. Inzwi­schen aber seien die Filme über Strea­ming­an­gebote wie Netflix dort trotzdem zu sehen. Die DVD-Verkäufe sänken daher konti­nu­ierlich, weshalb die Studios nun nach neuen Einnah­me­quellen suchen. Angesichts der schieren Größe von Video­an­bietern wie YouTube, Amazon oder Apples iTunes erscheine das „reichlich spät“. Offen­sichtlich habe es die Filmin­dustrie ebenso wie die Musik­branche versäumt, eigene Angebote aufzu­bauen: YouTube wird zum Inter­netkino (frei zugänglich)

Noch wisse niemand, ob VoD mögliche Verluste aus dem Wegbrechen des DVD-Marktes ausgleichen kann, da niemand abschätzen könne, ob das Piraterie-Problem in den Griff zu bekommen ist, heißt es dazu im BFV-Newsletter 7-8/2010. In Südkorea sei der DVD-Markt bereits „völlig zusammen gebrochen. Das hat uns Filme­macher in eine tragische Situation gestützt, denn die Filme werden illegal aus dem Netz runter geladen“, wird der Regisseur Joon-ho Bong („The Mother“) zitiert. Und Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen der Constantin und Vorsit­zender der Europäi­schen Produ­zen­ten­ver­ei­nigung, sehe das „auch auf den alten Kontinent zukommen. Wenn 70% eines Landes mit Breit­band­an­schlüssen versorgt seien, könne der DVD-Markt zusam­men­brechen. Spanien stehe kurz vor dieser Schall­mauer“: Home-Enter­tainment vor dem Umbruch – onlinefilm.org mit mehr als 1000 Titel (frei zugänglich)