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Animationsprogramm muss Lebenswirklichkeit der deutschen Kinder und Jugendlichen abbilden

Zwei Drittel Anima­ti­ons­anteil im deutschen Kinder- und Jugend­fern­sehen / KI.KA bezieht 82 % des Anima­ti­ons­pro­gramms aus dem Ausland / Regel­mä­ßiger Dialog vereinbart

Bei der Konferenz zur deutschen Fernseh- und Produk­ti­ons­wirt­schaft – Kinder, Jugend & Animation, die gestern zum Auftakt des Inter­na­tio­nalen Trick­film­fes­tivals Stuttgart im Rahmen des Animation Production Days stattfand, wurden erste Ergeb­nisse der Studie Film- und Fernseh­pro­duk­ti­ons­wirt­schaft – Kinder- und Jugend­pro­gramm vorge­stellt, die von der Produ­zen­ten­al­lianz in Koope­ration mit der  Hamburg Media School erstellt wird.

Aus der Studie geht unter anderem hervor, dass animierte Filme und Serien einen bedeu­tenden Teil des  Programms von Sendern wie KI.KA, Super RTL und Nickel­odeon ausmachen. Beim  öffentlich-recht­lichen KI.KA etwa stehen einem Programm-Drittel aus Shows, Magazinen und Realfilm zwei Drittel Animation entgegen.

Der Leiter der Studie, Prof. Dr. Oliver Castendyk, der die Ergeb­nisse präsen­tierte, überraschte die Konfe­renz­teil­nehmer mit der Erkenntnis, dass über 80 % der Anima­ti­ons­pro­gramme im deutschen Fernsehen – auch beim KI.KA – nicht aus Deutschland stammen, sondern auf dem inter­na­tio­nalen Markt einge­kauft werden.

Man war sich einig, dass das Anima­ti­ons­pro­gramm im deutschen Fernsehen die Lebens­wirk­lichkeit der deutschen Kinder und Jugend­lichen abbilden und somit ein positives Identi­fi­ka­ti­ons­po­tential bieten muss, das inter­na­tio­nalen Programmen leider oft fehlt.

An der anschlie­ßenden Diskussion vor und mit dem anwesenden Fachpu­blikum nahmen von Sender­seite Barbara Biermann (Leiterin Programm­be­reich Kinder und Jugend, ZDF), Siegmund Grewenig (Leiter Programm­be­reich Unter­haltung, Familie und Kinder, WDR) und Steffen Kottkamp (Programm­ge­schäfts­führer KI.KA) teil. Als Vertre­terin der Filmför­derung war Gabriele Röthe­meyer (Geschäfts­füh­rerin Filmför­derung der MFG Medien- und Filmge­sell­schaft Baden-Württemberg) dabei, als Produ­zenten Jan Bonath (Vorsit­zender der Produ­zen­ten­al­lianz-Sektion Animation), Thomas Meyer-Hermann (Studio FILM BILDER) und Gabriele M. Walther (Stell­ver­tre­tende Vorsit­zende der Produ­zen­ten­al­lianz-Sektion). Die Panelisten waren sich einig, dass es möglich ist, die Situation zu verbessern. Dazu soll ein regel­mä­ßiger Dialog zwischen Sendern, Produ­zenten und Produ­zen­ten­al­lianz etabliert werden.

Die Allianz Deutscher Produ­zenten – Film & Fernsehen ist die maßgeb­liche Inter­es­sen­ver­tretung der deutschen Produ­zenten von Film-, Fernseh- und anderen audio­vi­su­ellen Werken. Sie vereint mehr als 200 Produktionsun­ternehmen aus den Bereichen Animation, Kinofilm, TV-Enter­tainment, TV-Fiktion und Werbung.