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Initiative Barrierefreies Kino: KINO FÜR ALLE!

Nach Zahlen der Betrof­fe­nen­ver­bände leben in Deutschland knapp 1,2 Mio. hochgradig oder an Taubheit grenzende Schwer­hörige und ebenso­viele Sehbe­hin­derte und Blinde: 2,4 Mio. Menschen, die nur mit techni­scher Hilfe dem Fernseh­pro­gramm folgen oder einen Film im Kino erleben können.

Um diesem bedeu­tenden Perso­nen­kreis den Genuss von Filmen zu erleichtern oder überhaupt zu ermög­lichen, haben alle Fraktionen im Deutschen Bundestag im Frühjahr 2012 gefordert, das barrie­re­freie Filman­gebot deutlich zu verbessern und auszu­bauen. Kultur­staats­mi­nister Bernd Neumann MdB hat angekündigt, dass die Herstellung einer barrie­re­freien Fassung als Förder­be­dingung in die Richt­linien der Filmför­de­rungs­an­stalt (FFA) aufge­nommen werden soll, auch für den Deutschen Filmför­der­fonds (DFFF) soll die Herstellung von barrie­re­freien Fassungen Förder­vor­aus­setzung werden.

Die Produ­zen­ten­al­lianz unter­stützt die Initiative Barrie­re­freies Kino und hat mit Kolle­ginnen und Kollegen aus der Branche, Betrof­fenen und der inter­es­sierten Öffent­lichkeit über den techni­schen Stand der Dinge, über Kosten und Möglich­keiten infor­miert und disku­tiert.

„Barrie­re­freiheit bedeutet mehr als rollstuhl­ge­recht“, erklärte Wolfgang Börnsen MdB, film- und medien­po­li­ti­scher Sprecher der CDU/CSU-Bundes­tags­fraktion, in seiner Keynote, „Barrie­re­freiheit bedeutet, dass Menschen trotz ihrer Beein­träch­tigung beim Hören, Sehen, Sprechen oder durch Körper­be­hin­de­rungen einen ungehin­derten Zugang zur gesell­schaft­lichen Teilhabe  erhalten. Davon sind wir noch weit entfernt.“

„Millionen von schwer seh- oder hörbe­hin­derte Menschen sind auf barrie­re­freies Kino, auf barrie­re­freie Filme angewiesen“, stellte Uli Aselmann, Vorsit­zender der Produ­zen­ten­al­lianz-Sektion Kino, bei der Veran­staltung fest. „Rein wirtschaftlich gedacht, ist das auch ein ungenutztes Zuschau­er­po­tential. Viel wichtiger ist mir aller­dings der Aspekt, dass wir in unsererem Hochtech­no­lo­gieland mit der Initiative Barrie­re­freies Kino auch jenen die Teilhabe am kultu­rellen Leben ermög­lichen können, die ihnen sonst verschlossen bleibt. Es ist für uns ein großer Unter­schied, ob wir unsere Filme für viele machen – oder wirklich Kino für alle.“

Neben Wolfgang Börnsen und Uli Aselmann nahmen Thomas Menne (Geschäfts­führer Walt Disney Studios Motion Pictures), Dr. Thomas Negele (Vorstands­vor­sit­zender HDF Kino), Josef Reidinger (Geschäfts­führer ARRI Film&TV) und Martina Wiemers (General­be­voll­mäch­tigte Deutsche Hörfilm gGmbH) an der Veran­staltung teil. Moderiert wurde die Diskussion  von Christine Berg, stell­ver­tre­tender Vorstand der FFA.

Die Infor­ma­ti­ons­ver­an­staltung „Barrie­re­freies Kino“ fand am 6. Juli 2012 im Rahmen des Filmfests München statt. Veran­stalter waren die Produ­zen­ten­al­lianz und ARRI Film & TV mit Unter­stützung der FFA und zweiB.