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Serien: ZDF plant deutsches „Breaking Bad“

Im Gespräch mit der Frank­furter Allge­meinen (Freitag, 21.3.) sagt ZDF-Programm­di­rektor Norbert Himmler über „das große neue ZDF-Programm“, das Gesicht des ZDF-Samstags­krimis werde sich wandeln: „Wir setzen auf junge Ermittler, moderne Erzähl­weisen und mehr Humor.“ Der Samstags­krimi solle zudem durch „Tiefgang und subtile Spannung“ glänzen, weniger durch Action oder die Anzahl an Toten, „wie wir es zuletzt bei dem ein oder anderen ‚Tatort‘ im Ersten besich­tigen konnten“. Sein Ziel, so Himmler, sei es, „dass unsere fiktio­nalen Programme die Referenz für den europäi­schen Markt sind.“ Zur Frage, wo das deutsche „Breaking Bad“ bleibe, antwortet Himmler, man wolle „natürlich Eigenes entwi­ckeln“, auch im Bereich der Miniserien, „in denen wir komplexe Charaktere und horizontale Geschichten über eine Woche hinweg erzählen möchten, vergleichbar mit dem von Ihnen zitierten ‚Breaking Bad‘“. Anfang 2015 werde an vier aufein­an­der­fol­genden Tagen eine Mini-Serie mit dem Titel „Morgen hör’ ich auf“ zu sehen sein sein, in dem Bastian Pastewka „einen arbeits­losen Graphiker“ spielt, „der seine Fertig­keiten nutzt, um seine Familie durch­zu­bringen: In seinem Reihenhaus druckt er nämlich Falschgeld. Eines Tages steht dann die Mafia vor seiner Tür. Die Serie spielt übrigens im Taunus“. Auf die Frage, warum die Serien an vier Tagen hinter­ein­ander laufen, antwortet Himmler, eine „kompakte Program­mierung“ erleichtere es dem Zuschauer, „den horizon­talen Erzähl­strängen zu folgen, und erlaubt eine höhere Komple­xität der Geschichte und ihrer Figuren“: Mafia im Taunus, Morde in München (frei zugänglich)

In der tages­zeitung speku­liert Ulli Hannemann bereits über die Handlung der Mini-Serie und über weitere Serien, die das ZDF „gerüch­te­weise“ plane: Für das im Hunsrück spielede „Heimland“ habe leider nicht Edgar Reitz gewonnen werden können, deshalb erzähle Doris Dörrie „die Geschichte eines ehema­ligen Schüler­lotsen (Heiner Lauterbach), der nach Jahren aus der Schule heimkommt, und sich zuhause nicht mehr auskennt.“ Im Harz wiederum werde die Serie „Kartenhaus“ angesiedelt sein, in der ein „skrupel­loser Schwei­nehirt (Dieter Haller­vorden) durch zahllose Intrigen zum ehren­amt­lichen Bürger­meister des 87 Seelen zählenden Dorfes Fuckin­gerode aufsteigt“. Alle drei Serien sollten je an vier aufein­an­der­fol­genden Tagen laufen, damit der „Zuschauer besser den horizon­talen Erzähl­strängen folgen kann“: Brechend schlecht (frei zugänglich)

Wenn ameri­ka­nische Serien in Deutschland keine Quote machen, „stöhnt die Branche im Gleich­klang“. schrieb Katharina Riehl in der Süddeut­schen Zeitung, und meint, dass es vielleicht Zeit wäre „Intel­ligenz, Witz und Erfolg nicht mehr nur in Zuschau­er­zahlen zu bemessen“: House of Charts (SZ vom 19.3., S. 31 – Medien)

„Schonkost und Schere im Kopf“: Mit der Frage, warum man in Deutschland keine moderne Serie erzählen kann, befasste sich im Tages­spiegel (14.3.) Peter Henning, Vorstand des Verbands Deutscher Drehbuch­au­toren: Diktatur der Quote (frei zugänglich)

„Eine öffentlich-recht­liche Entgegnung auf eine oft gehörte Kritik“ von Gebhard Henke, „Tatort-Koordi­nator“ und Leiter des Programm­be­reiches Fernsehfilm, Kino und Serie beim WDR,  brachte der Tages­spiegel am 16.3. Serien hierzu­lande seien besser als ihr Ruf: Der Deutschland-Komplex (frei zugänglich)