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Affäre Heinze/NDR: Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Die „Mausche­leien“ der suspen­dierten NDR-Fernseh­spiel­chefin Doris J. Heinze hätten auch die Hamburger Staats­an­walt­schaft auf den Plan gerufen, meldet Spiegel online. Die Ankla­ge­be­hörde habe erste Ermitt­lungen aufge­nommen: NDR-Drehbuch­affäre beschäftigt Staats­an­walt­schaft (frei zugänglich)

Eigentlich müsse beim Fall Heinze nicht nur der Staats­anwalt, sondern auch das Kartellamt ran, schreibt Hans Leyen­decker in der Süddeut­schen Zeitung. Der „freie Wettbewerb der Freien“ sei „praktisch ausge­schaltet“, weil Sende­platz­ver­teiler vorrangig die Tochter­firmen der Sender bedient hätten und danach willfährige Produk­ti­ons­firmen. „Spekta­ku­lärer Einzelfall oder gängige Praxis?“ fragt Leyen­decker, es stelle sich beim NDR auch die System­frage. Es sei ein „System­fehler“, dass bei fast allen Sendern, den NDR einge­schlossen, bislang kein Compliance-System existiere, das die Einhaltung von gesetz­lichen Bestim­mungen und internen Standards sicher­stellen soll: Föderaler Wahnwitz ARD (frei zugänglich)

Der NDR übe sich im Werfen von Nebel­kerzen, schreibt Kai-Hinrich Renner im Hamburger Abend­blatt: Das Abend­blatt habeam Donnerstag NDR-Sprecher Martin Gartzke gefragt, ob es zutreffe, dass Heinze – abgesehen von ihrem Mann – auch Drehbücher anderer ihr naheste­hender Personen, die unter Pseudonym verfasst wurden, angenommen habe. Dafür, sagte Gartzke, gebe es „keine Belege“. Dabei habe man im NDR spätestens seit vergan­genem Montag gewusst, dass die Heinze-Vertraute Pudenz sich hinter dem Pseudonym Marie Funder verbirgt. So werde wohl auch künftig vor allem die Presse Licht in die Affäre bringen. Die SZ habe bereits von einer in der TV-Branche unbekannten „Gesund­heits­be­ra­terin aus Bayern“, berichtet, womöglich sei die Heinze-Seilschaft noch viel größer als bislang bekannt: Fall Heinze: Noch mehr Phantom-Autoren (frei zugänglich)

Für die Frank­furter Allge­meine ist der Fall ein „ARD-Skandal“. Michael Hanfeld schreibt in der Ausgabe vom Sonnabend, viele seien jetzt verun­si­chert, auch jene, die unter ihrem echten, guten Namen mit Doris Heinze zusam­men­ge­ar­beitet hätten. Sie dürften sich nun fragen, ob noch mehr Falschgeld in Umlauf ist. Das Reich von Doris Heinze ist laut Hanfeld  „als geschlos­sener Zirkel bekannt, den sie absolut beherrschte“. Vielleicht hätte man beim NDR die über die Jahre immer wieder­keh­renden Klagen von Autoren ernster nehmen sollen, die auf Abhän­gig­keiten und die Hermetik dieses Systems hinwiesen: Das Phantom von Hamburg (frei zugänglich)

In der Frank­furter Allge­meinen Sonntags­zeitung schreibt Claudius Seidl: „Wenn also jetzt der Skandal so groß ist; wenn jetzt allent­halben von Fälschung die Rede ist: Dann hat das wohl auch damit zu tun, dass der Fall Heinze nur den Verdacht bestärkt, wonach es im falschen Fernsehen keine richtigen Drehbücher geben könne.“ Pseudo-Fernsehen (frei zugänglich)