Skip to main content
News

ARD-Mediathek: „Testversion“ online

„Viel später als erwartet“ und, wenn man so wolle, „fast klamm­heimlich“ habe die ARD über die Feiertage ihre Online­me­diathek gestartet, berichtet der Tages­spiegel. Noch sei das Angebot „recht überschaubar“. Das Zweite habe dagegen beispiels­weise in Aussicht gestellt, bis zu 50 Prozent des Programms ins Internet zu stellen, vor allem Infor­ma­ti­ons­sen­dungen, dazu Magazine, Serien, Talks.

Die Einführung beider Platt­formen sei stark umstritten, so der Tages­spiegel weiter. Die Privat­sender sähen in dieser Zusam­men­führung bestehender Inhalte ein zu konzen­triertes Angebot. Sie befürch­teten, dass die private Konkurrenz dagegen nicht ankommt: „,Verstehen Sie Spaß?‘ rund um die Uhr“ (frei zugänglich)

Der Branchen­dienst DWDL.de nennt die ARD-Mediathek „ein absolutes Desaster“, sie sei „unüber­sichtlich, unprak­tisch und inhaltlich leider noch unattraktiv“. Von dem inzwi­schen vielver­spre­chenden Vorzeige-Modell des ZDF sei man weit entfernt. Statt ganzer Sendungen gebe es häufig nur kurze Beiträge – „eine Schnip­sel­parade“, wie es sie auch bislang schon auf den einzelnen Websites der Anstalten gegeben habe: „ARD-Mediathek ist ein mediales Armuts­zeugnis“ (frei zugänglich)

Nun habe auch es das Erste der ARD als Letztes in den „erlauchten Kreis der Programme“ geschafft, deren Sendungen zum Nachsehen noch eine Woche lang im Internet bereit­stehen, schreibt die Tages­zeitung. Und weil die ARD ein „föderaler Haufen“ sei, habe es etwas länger gedauert. Die Agenturen schrieben, das neue ARD-Angebot sei „umstritten“, denn noch tobe der „Glaubens­kampf ums ,Wer darf was im Internet‘, in dem auch Nachrich­ten­agen­turen Partei sind.“ Dennoch: „Im Tauziehen um die künftige Rolle der öffentlich-recht­lichen Medien im Internet“ seien, „wenig verwun­derlich, ARD, ZDF und die angeschlos­senen Anstalten“ die Sieger: „Sieg für Online­pläne von ARD und ZDF“ (frei zugänglich)

Dass die ARD ihr Angebot fast heimlich in die Welt gesetzt hat, sei „frech“, heißt es in der Frank­furter Rundschau, weil erst im 12. Rundfunk­staats­vertrag festgelegt würde, was die gebüh­ren­fi­nan­zierten Sender im Netz dürfen und was nicht: „Einfach mal Fakten schaffen“ (frei zugänglich)

Auf der Mediathek-Website heißt es, man erprobe derzeit das neue Audio- und Video­portal und weist darauf hint, dass „eventuell“ noch nicht jedes Bild stimme – das Entwick­lerteam von ARD.de arbeite derzeit daran: www.ardmediathek.de