[Archiv] News bis 31.12.2021

AZW: „Keiner will auf uns verzichten.“

Zwei Jahre nach Start des gemein­samen TV-Werbe­ver­triebs ziehen Uwe Esser und Hans-Joachim Strauch, Geschäfts­führer ARD & ZDF Fernseh­werbung GmbH (AZW), im DWDL.de-Interview Bilanz und erläutern ihre Sicht auf den Werbe­markt. Zur Frage nach den drohenden Werbe­verbot antwortet Esser: „Über die Verkaufs­erlöse signa­li­sieren wir auch die Bedeutung von ARD und ZDF im Werbe­markt. Je mehr Umsatz wir machen, desto schwerer wird es, auf uns zu verzichten. Nicht nur wegen des Geldes, sondern auch, weil es viele Kunden gibt, die aus gutem Grund bei uns, bezie­hungs­weise ausschließlich bei uns werben. Fragen Sie in der Wirtschaft rum: Keiner will auf uns verzichten. Jeder Euro, der mit gutem Grund in die öffentlich-recht­liche Werbung inves­tiert wird, sorgt dafür, dass Unter­nehmen eine einzig­artige Zielgruppe erreichen, die es bei privaten Sendern so nicht gibt und er sorgt umgekehrt dafür, dass Werbung bei ARD und ZDF nicht verzichtbar sind. Das Werbe­verbot in Frank­reich hat außerdem gezeigt auch, dass die Gelder nicht zu den Privaten wandern, sondern aus dem Markt verschwinden. Zudem dreht man dort gerade die Beschlusslage wieder und belässt die TV-Werbung vor 20 Uhr bei den Öffentlich-Recht­lichen.“ Hans-Joachim Strauch ergänzt: „Warum sollen wir Werbung, die die Lebens­rea­lität der sozialen Markt­wirt­schaft abbildet und die einem an jeder Ecke begegnet, aus dem öffentlich-recht­lichen Fernsehen verbannen? Es entlastet die Gebühren, die Wirtschaft möchte es und die Zuschauer stört es nicht. Nur der Politiker meint, dem Interesse von zwei Wirtschafts­un­ter­nehmen folgen zu müssen: IP Deutschland und SevenOne Media. Das Absurde ist doch, dass von Wettbe­werbs­ver­zerrung die Rede ist, obwohl selbst das Kartellamt sagt, dass wir in einem duopo­li­sit­schen Markt eben dieser beiden Unter­nehmen leben.“ ARD/ZDF-Fernseh­werbung besorgt: „Der Markt ist versaut (frei zugänglich)