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Pressemitteilung

Deutschland als High-Tech-Standort der Kreativindustrie konkurrenzfähig machen!

Berlin, 22. Februar 2017 – Der von der Produ­zen­ten­al­lianz initi­ierte Arbeits­kreis „Anreiz­systeme für audio­vi­suelle Produk­tionen“, an dem neben zahlreichen Produ­zenten Vertreter verschie­dener Verbände der audio­vi­su­ellen Kreativ­in­dustrie, eine Reihe von Länder­för­derern sowie Rechts- und Steuer­be­rater teilnahmen, traf sich zu Beginn der Berlinale zu seiner vierten Sitzung. Er verab­schiedete auf seiner Sitzung folgende Forderung:

„Der Arbeits­kreis ‚Anreiz­systeme für audio­vi­suelle Produk­tionen‘ fordert die Parteien im Vorfeld der Bundes­tagswahl auf, eine deutliche Stärkung der Förderung der audio­visual creative indus­tries auf die politische Agenda zu setzen. Es gilt, neue Anreiz-Mecha­nismen zu schaffen, um die inter­na­tionale Wettbe­werbs­fä­higkeit gerade der audio­vi­su­ellen Indus­trien (Film, High-End-TV-Serie, Animation und VFX, Dokumen­tarfilm, Games, VR) in Deutschland angesichts hochwirk­samer steuer­licher Förder­systeme in einer Vielzahl anderer Länder wieder­her­zu­stellen. Hierzu ist die derzeit eher punktuell anset­zende Filmför­derung des Bundes zu einer in sich konsis­tenten Förderung der gesamten audio­vi­su­ellen Produk­ti­ons­wirt­schaft auszu­bauen, um dadurch Deutschland für alle Genres des audio­vi­su­ellen Schaffens wieder als inter­na­tional wettbe­werbs­fä­higen und innova­ti­ons­fä­higen Produk­ti­onsort zu etablieren, Arbeits­plätze in der Produk­ti­ons­wirt­schaft zu schaffen und zu sichern und damit die Grundlage für eine wirtschaftlich tragfähige Bewegt­bild­in­dustrie zu legen.“

Die wesent­lichen Ergeb­nisse des Arbeits­kreises, die zu dieser Forderung geführt haben, lassen sich wie folgt zusam­men­fassen:

Deutschland hatte mit der Einführung des DFFF im Jahr 2007 für den Kinofilm ein auch inter­na­tional attrak­tives Förder­modell.

Inzwi­schen ist das Förder­system in Deutschland jedoch gegenüber zahlreichen europäi­schen und inter­na­tio­nalen Ländern nicht mehr wettbe­werbs­fähig.

Das gilt sowohl im Hinblick auf die prozen­tuale wie die absolute Höhe der Förderung, die geltenden Kappungs­grenzen, die Beschränkung der förder­fä­higen Formate, die Förder­vor­aus­set­zungen, sowie die Verläss­lichkeit und länger­fristige Planbarkeit der Förderung.

Diese Situation führt dazu, dass inter­na­tionale Großpro­duk­tionen kaum mehr nach Deutschland kommen, aus Deutschland entwi­ckelte hochwertige TV-Produk­tionen fast durchwegs im Ausland produ­ziert werden (müssen) und der (hervor­ragend ausge­bildete) Nachwuchs in den Bereichen Animation, VFX und Games keine ausrei­chenden Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keiten im Inland findet und ins Ausland abwandert.

Die von Frau Staats­mi­nis­terin Monika Grütters zu Beginn der Berlinale verkündete Aufsto­ckung des DFFF um zunächst 25 Mio. Euro bringt für den Bereich der Studio­dienst­leis­tungen für inter­na­tionale Großpro­duk­tionen eine bedeu­tende und willkommene Verbes­serung. Dennoch bleibt festzu­stellen, dass für wichtige Bereiche (z. B. High-End TV-Drama, Animation, VFX-Dienst­leister, Games) der Zugang zu einer inter­na­tio­nalem Standard entspre­chenden Förderung weiter nicht gegeben ist.

Die audio­vi­suelle Kreativ­in­dustrie ist ein zukunfts­ori­en­tierter Wirtschafts­zweig, der hochqua­li­fi­zierte Jobs bietet. Digitale audio­vi­suelle Welten und Entertainment/Infotainment werden zukünftig weiter verschmelzen. Die Weichen­stellung dafür erfolgt jetzt und darf von Deutschland nicht verpasst werden, da sich ansonsten der Schwer­punkt dieser Industrie außerhalb Deutsch­lands etablieren wird. Neben der klassi­schen Filmför­derung bedarf es daher eines wirkungs­vollen automa­ti­schen Anreiz­systems für die gesamte audio­vi­suelle Kreativ­in­dustrie, um Deutschland in diesem Bereich als High-Tech-Standort konkur­renz­fähig zu machen, wie dies etwa in Kanada und Großbri­tannien sehr erfolg­reich gelungen ist.

Die Forde­rungen des Arbeits­kreises unter­stützen:
•   Allianz Deutscher Produ­zenten – Film & Fernsehen
•   Berufs­verband Kinema­to­grafie – BVK
•   Bundes­verband Inter­aktive Unter­hal­tungs­software – BIU
•   Bundes­verband Schau­spiel – BFFS
•   Inter­es­sen­verband Deutscher Schau­spieler – IDS
•   Spitzen­or­ga­ni­sation der Filmwirt­schaft – SPIO
•   Verband Deutscher Drehbuch­au­toren – VDD
•   Verband Deutscher Filmpro­du­zenten – VDFP
•   Verband Techni­scher Betriebe für Film & Fernsehen – VTFF
•   Young Producers‘ Association – YPA