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Diskussion zum Dokumentarfilm: 12 Sendeplätze – DNA der öffentlich-rechtlichen Sender?

Höhere Budgets und bessere Plätze für Dokumen­tar­filme hatten die Filme­macher angesichts der Verleihung des Deutschen Dokumen­tar­film­preises im Sommer gefordert. In der Frank­furter Allge­meine Sonntags­zeitung findet sich zu der Debatte ein Gespräch mit den Journa­listen Peter Körte und Bert Rebhandl und den Regis­seuren David Bernet und Andres Veiel sowie der Regis­seurin Irene Langemann. Andres Veiel schlage darin vor sich das Vorbild Öster­reich zu nehmen, dort gelte: „Wer Filmför­derung bekommt, dem ist der Sende­platz garan­tiert.“ Dazu müssten die Sender aber Macht abgeben. Dazu Bernet: Die öffentlich-recht­lichen Sender hätten sich Kompe­tenzen erarbeitet, was den deutschen Film betreffe, daher gäbe es auch eine Verant­wort­lichkeit bzw. „Hoheit“ in den Redak­tionen. Er ergänzt, dass aber „durch die Format-Orien­tierung innova­tiver Spielraum“ fehle und somit der freie und kreative Dokumen­tarfilm oder auch Spielfilm „..auf das Kriterium der Fernseh­taug­lichkeit reduziert werde.“
Irene Landsmann kriti­siert im Interview weiter, dass bei dem ARD-Wettbewerb Top of the Docs das Preisgeld ausschließlich für Produk­tionen sender­ab­hän­giger Firmen ausge­schüttet worden sei. Alle Einrei­chungen sender­un­ab­hän­giger Firmen seien leer ausge­gangen.
Andres Veiel betont abschließend: Solange es das lineare Fernsehen noch gäbe, sollte der Dokumen­tarfilm nicht in einen Sparten­kanal abgeschoben werden, daher fordere er weiter einen Sende­platz für den Dokumen­tarfilm. Lieber mal ein Schock fürs Auge

(nur für Abonnenten oder Käufer / E-Paper der FAS vom 13.8.2017, Nr. 32, S. 49, Feuil­leton)