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[Archiv] News bis 31.12.2021

Dokumentarfilme und -serien: Netflix macht ARD und ZDF Konkurrenz

"Chasing Coral" oder ein Porträt über Joan Didion: Netflix veröf­fent­liche immer mehr Dokumen­tar­filme und -serien. Und mache damit ARD und ZDF Konkurrenz, meint Jana Weiss in der Zeit. Weiss berichtet, dass der Strea­ming­an­bieter in den letzten zehn Monaten mehr als 60 Dokumen­tar­filme und -serien in sein Angebot aufge­nommen habe. Dies sei eine Entwicklung, die einem Trend in der Filmbranche folge: „Auf Festivals nehmen Dokumen­ta­tionen einen immer größeren Stellenwert ein, die Berlinale vergab in diesem Jahr erstmals einen Dokumen­tar­film­preis, dotiert mit 50.000 Euro.“ Damit greife das Unter­nehmen aber auch „eine Kernkom­petenz“ der öffentlich-recht­lichen Rundfunk­an­stalten an. Aber zahlen­mäßig käme Netflix nicht an die ARD heran, die in 2016 nach eigenen Angaben 3.524 Dokumen­tar­sen­dungen ausge­strahlt hätte. Aller­dings würden „ihre Formate dem Publikum nur in Randzeiten und zeitlich begrenzt verfügbar gemacht.“ Weiss weiter: „Dass die öffentlich-recht­lichen Sender ihre Filme nur für einen kurzen Zeitraum speichern können, ist nicht ihre Schuld, sondern liegt an den strengen Grenzen, die die Politik ihnen auferlegt hat, um den Privat­sendern Chancen­gleichheit zu gewähren.„

Sie fordert die Sender – um sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten – dazu auf, „neue Themen“ und „bessere Titel“ zu wagen, und sie fordert bessere Sende­plätze im Programm. „ARD und ZDF könnten zum Beispiel mal – total crazy – anstatt eines Krimis einen Dokumen­tarfilm zur Primetime zeigen. Denn sonst werden Netflix und Co. sie bald nicht nur beim Unter­hal­tungs-, sondern auch beim Bildungs­auftrag überholen.“ Zum ganzen
Artikel: Der Bildungs­auftrag ist cool

(Frei zugänglich)