FRAMING THE FUTURE OF FILMMAKING!
Freitag, 26. Juni 2026
11:30 – 18:00 Uhr
Amerikahaus München
Karolinenplatz 3 | 80333 München
PROGRAMM
(Bitte beachten: Das Programm wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt)
9:30 - 11:30 Uhr Deep Dive: GZSZ goes KI-gestützte Virtual Production
Virtual Production und KI gelten als Zukunftstechnologien, die ihren härtesten Stresstest in der Branche, die Anwendung in einer täglichen Serienproduktion, allerdings
noch bestehen müssen. UFA Serial Drama hat mit GZSZ in einem Pilotprojekt erprobt, wie LED-Studio-Infrastruktur, KI-basierte Content-Pipelines und Workflow-Automatisierung ineinander greifen können. Das Ziel: signifikante Effizienzsteigerung, Reduktion von Bau- und Postproduktionskosten sowie maximale Motivflexibilität bei gleichbleibender oder höherer Bildqualität. In einem Deep Dive stellt Ernst Feiler, Supervisor dieses Pilotprojekts, vor, was der Test tatsächlich ergeben hat, wo KI-unterstützte Virtual-Production bereits sinnvoll funktioniert und wo sie noch an Grenzen stößt. In einer offenen Fragerunde zum Abschluss können Teilnehmer:innen diskutieren, wie sich KI-unterstützte Virtual-Production-Workflows auf ihre eigenen Projekte übertragen lassen.
Speaker: Ernst Feiler und Sebastian Herbst
Eine gesonderte Anmeldung (nur mit Ticket) ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt
9:30 - 11:30 Uhr Workshop: Caught in a Loop - Inside the Addictive Content of Micro Dramas
This two-hour interactive session with Will Buckingham invites participants to understand the mechanics of microdramas from the creative perspective of screenwriters,
producers, or development executives. Through selected examples, guided observation, and collective discussion, this workshop offers an in-depth exploration on the origins of micro dramas, how these soapy series have racked up hundreds of millions of views on platforms like ReelShorts and DramaBox, and what the future of this strange new medium might look like. Participants will examine how narrative, cliffhangers, repetition, and data analysis shape viewers’ attention, emotion, and (financial) commitment — often more effectively than longer formats. There will be ample room to ask your own questions and participate in group dialogues.
Speaker: Will Buckingham
Eine gesonderte Anmeldung (nur mit Ticket) ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt
11:30 – 12:30 Uhr Check in & Quick Lunch
STAGE I
12:30 – 12:40 Uhr
Eröffnung
Michelle Müntefering - Produktionsallianz
Michelle Müntefering war von 2013 bis 2025 Bundestagsabgeordnete, u.a. als Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien und als Filmpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Als Staatsministerin im Auswärtigen Amt war sie 2018-2021 Teil des Bundeskabinetts und zuständig für Internationale Kulturpolitik. Seit 1.7.2025 ist sie CEO und Sprecherin des Gesamtvorstand der Produktionsallianz.
12:40 – 12:50 Uhr
Grußwort
Dr. Florian Herrmann - Bayerische Staatsregierung
Dr. Florian Herrmann ist seit 11. Januar 2021 Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien. Neben der Medien-, Film- und Rundfunkpolitik koordiniert der Leiter der Staatskanzlei ressortübergreifend den Bürokratieabbau. Ferner ist er zuständig für die Bundesangelegenheiten des Freistaats Bayern.
12:50 – 13:20 Uhr
Filmpolitisches Panel
Nach Jahren intensiver filmpolitischer Debatten steht die deutsche Film- und Serienbranche vor einem Meilenstein: Mit der Investitionsverpflichtung wird erstmals ein verbindlicher Rahmen geschaffen, der Investitionen in europäische und deutsche audiovisuelle Werke stärkt und zugleich die Rechte unabhängiger Produzent:innen gesetzlich absichert.
Auf dem Podium treffen Perspektiven aus Politik, Auftraggebern, Produktion und Produktionsdienstleistung aufeinander, geeint in dem Ziel, über das gesetzlich festgeschriebene Investitionsniveau hinaus durch Branchenvereinbarungen zusätzliche Investitionen in den Filmstandort Deutschland zu holen. Diskutiert werden muss, wo noch Handlungsbedarf im parlamentarischen Verfahren besteht und wie die unterschiedlichen Akteure der Branche auf die nächsten Schritte blicken.
Moderation: Marc Mensch - The SPOT Media & Film
Marc Mensch begann seine journalistische Karriere als Redakteur und seit 2019 als stellvertretender Redaktionsleiter beim Branchenmagazin Blickpunkt:Film. Seit April 2024 ist er Chefredakteur bei The SPOT media & film.
Kurze Pause
STAGE I
13:30 – 14:00 Uhr
Die Kraft des Erzählens im KI-Zeitalter
Beim Aufkommen der Druckerpresse, des Kinos oder des Internets war die Frage stets dieselbe: wer erzählt und wer entscheidet, was in Umlauf kommt? Heute stellen Algorithmen diese Frage mit neuer Dringlichkeit. Daniel Kehlmann, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart, hat sich früh und persönlich mit generativer KI auseinandergesetzt und eine klare Haltung dazu entwickelt. Zur Eröffnung der Creators Conference reflektiert er im Gespräch mit der ZEIT-Journalistin und Autorin Yasmine M’Barek was es bedeutet, im Zeitalter der Algorithmen Autor zu sein.
14:00 – 14:30 Uhr
Zukunft von TV & Streaming
Micro-Drama boomt, Social Media frisst Aufmerksamkeit, und klassische Programmstrategien geraten zunehmend unter Druck. Ist das eine Krise oder eine Einladung, das Geschäft neu zu denken? Christine Strobl (ARD), Inga Leschek (RTL), Philip Pratt (Amazon) und Henrik Pabst (Pro 7) sprechen unter der Moderation von Sabine de Mardt (Gaumont Deutschland) über inhaltliche Strategien, neue Finanzierungs- und Kooperationsmodelle und darüber, ob ihre Antwort auf den Wandel weniger, anderes oder mutigeres Programm ist.
STAGE II
13:30 – 14:20 Uhr
Werk ohne Auftrag I: Wie Creator neue Märkte bauen
Marius Bingener ist Managing Director von lostlabs, dem Unternehmen hinter Nic Kaufmann und Benji Krol, zwei der reichweitenstärksten Creator Europas auf TikTok. lostlabs verbindet Talent Management, Brand Partnerships und ein eigenes Content- und Venture Studio: ein Modell, das Creator-Logik und unternehmerische Struktur konsequent zusammendenkt. Marik Roeder aka @darkviktory hat dasselbe von der anderen Seite gemacht: über mehr als zehn Jahre eigene Formate, Communitys und IPs aufgebaut, von #TubeClash bis zur Musical-Animationsserie SUKKERS — ohne Sender, ohne Streamer, vollständig autorengetrieben.
Zwei unterschiedliche Wege in der Creator Economy und doch dieselbe Grundüberzeugung: dass Wertschöpfung im Content-Geschäft nicht durch Aufträge entsteht, sondern durch Audience-Ownership, Autonomie und Eigentum an der eigenen IP. Kai Fischer (Head of Constantin Creators) spricht mit Marius Bingener und Marik Roeder darüber, was diese Modelle in der Praxis bedeuten und stellt dabei die Frage, die sich die deutsche Medienindustrie noch nicht ernsthaft genug stellt: Can German media become creator native?
Werk ohne Auftrag (II): Wenn Majors die Regeln der Creator übernehmen
Wie betreibt ein internationales Entertainment-Studio systematisch Formatentwicklung jenseits klassischer Auftragslogik? Christian Nienaber (Banijay Media) stellt vier aktuelle Produktionen vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Safe & Dark, ein Micro Drama mit Creators, die zusammen über 33 Millionen Follower erreichen; Thank Me Later, eine Talkshow mit den Dudes, die ihre Reichweite als Podcaster mitbringen; Nightfever, eine Reality-Talkshow mit Sam Dylan; und HYPE Super Slap, ein fight event, das in Deutschland mit 100 Mio Videoviews auf Social Media Rekorde gebrochen hat. Vier sehr unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie sehen Format, Reichweite und Erlösmodell für Content aus, der ohne Auftrag produziert wird?
Kurze Pause
STAGE I
14:40 – 15:10 Uhr
Vertical Content: Beyond the Hype (EN)
Vertical Drama funktioniert nach einer anderen Ökonomie als TV und Streaming: Coin-Paywalls, Brand-Finanzierung, Revenue Sharing, algorithmusgetriebenes Volumen. Die Modelle für Finanzierung, Herstellung und Monetarisierung entstehen in Europa gerade erst – und wer jetzt dabei ist, schreibt die Regeln mit. Kelly Luegenbiehl (Shorties Studios) und Kai Fischer (Constantin Entertainment) diskutieren, was Zuschauer:innen suchen, was Plattformen brauchen, was Produzent:innen liefern können und wie sich für Vertical Content Entwicklungsprozesse, Budgets, Teamstrukturen und IP verändern.
15:10 – 15:40 Uhr
Show me the power: Wer gestaltet, wer verdient, wer verliert Kontrolle?
Vertical Content, Micro Drama, KI-first Studios und Creator-Ökosysteme verändern die Grundregeln der Entertainment-Branche. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern zu welchen Bedingungen: Wer kontrolliert morgen die Beziehung zum Publikum, wer besitzt die IP, wer verdient an der Aufmerksamkeit und wer zahlt dafür mit kreativer Freiheit oder Marktmacht? Alexandra Streichfuss (SKW Schwarz) diskutiert mit dem Panel, ob klassische und neue Modelle nebeneinander existieren können (oder sich verdrängen), welche Allianzen und Geschäftsmodelle in einer fragmentierten, datengetriebenen Content-Ökonomie tragfähig sind und welche Konsequenzen das für Produzent*innen, Creator, Plattformen und Publikum hat.
15:10 – 15:40 Uhr
Creator Economy mit oder gegen klassische Medienstrategien?
Tülin Sezgin hat mit Conny from the Block auf Instagram mit 330.000 Followern ein eigenes komödiantisches Universum erschaffen. Die Kunstfigur lebt mittlerweile auch ausserhalb von Instagram, in einem Buch, auf der Bühne und in TV-Formaten. Welche Prozesse, welches Team, welche kreativen Entscheidungen stecken hinter @conny.fromtheblock – bisher und zukünftig? Was verändert sich, wenn Tülin bzw. Conny auf eine professionelle TV-Produktion treffen und ein erfahrener Produzent mitwirkt? Tülin Sezgin und Produzent Bob Heinemann (btf) sprechen mit Julia Weigl (Filmfest München) u.a. über die Kunst, eine Creator-Stimme (ins TV) zu skalieren ohne sie zu verlieren und darüber, was beide Seiten voneinander lernen.
Kaffeepause & Networking
STAGE I
16:10 – 16:40 Uhr
The German Films That Don't Exist Yet (EN)
What can data tell us about the films Germany isn’t making? Stephen Follows uses box-office, sales, and ratings data to map German cinema’s strengths and blind spots. He then sketches what a new generation of breakout German films could look like. Stephens talk is grounded in numbers, and designed to spark ideas.
STAGE II
16:10 – 16:40 Uhr
Built on AI: The New Production Studio
Gerade entsteht eine neue Generation von KI-first Produktionsstudios, für die KI nicht nur Werkzeug, sondern Fundament ist. Diese Studios tragen KI in ihrer DNA und sind Hybride aus Dienstleister für Marken, Werkzeugbauer für klassische Produktionshäuser und selber eine neue Art von Produzent mit ausgeprägtem kreativen Anspruch. Ihr Versprechen sind neue Formate, Bildwelten, die klassische Budgets nicht hergeben, schnellere Produktionszyklen. Doch was liefern sie tatsächlich, und was ist noch Demo? Und was bedeutet ihr Aufkommen für eine Branche im Umbruch, vor allem aber für Inhalte und das Publikum? Eline van der Velden (Particle6), Hannes Jacobsen (Chapter41) und Georg Ramme (PROMPTR) diskutieren, was KI-first in der Praxis bedeutet.
16:40 – 17:00 Uhr
Die Zumutung der Ambivalenz
Welche Geschichten treffen einen Nerv, und warum? Regisseur und Autor Ilker Çatak spricht im Gespräch mit der ZEIT-Journalistin und Autorin Yasmine M’Barek über moralische Grauzonen, ambivalente Figuren, gesellschaftliche Spannungen und die Frage, wie Filme politisch sein können, ohne eindeutige Antworten zu liefern.
16:40 – 17:00 Uhr
Was Förderung im KI-Zeitalter leisten muss
KI-gestützte Filmproduktion verspricht Effizienz, liefert in der Praxis aber oft noch das Gegenteil: hohe Entwicklungskosten, widersprüchliche Erfahrungswerte, komplexe Prozesse. Dazu sind die Kosten für Proof-of-Concept KI-gestützter Produktionsprozesse in regulären Projektbudgets schlicht nicht abgebildet. Dorothee Erpenstein (FFF Bayern) und Stephanie Schettler-Köhler (Storybook Studios) diskutieren, wie Förderinstrumente neu gedacht werden müssen, damit das Zusammenspiel von Kreativität und KI nicht zur Kostenfrage verkommt, sondern Bildwelten ermöglicht, die deutsche Budgets bislang meist nicht hergeben.
Kaffeepause & Networking
STAGE II
17:20 – 18:00 Uhr
Live-DWDL-Podcast: Micro Drama - Form und Fehlurteil
Micro Drama boomt, zumindest in der Wahrnehmung. Doch wer schaut es wirklich, und warum? Die Annahme, es seien vor allem junge Zielgruppen, die kurze Häppchen konsumieren wollen, hält einer Datenanalyse kaum stand. Micro Drama funktioniert in spezifischen Apps mit eigener Erlöslogik, nicht als Add-on zu bestehenden Plattformen. Die Erwartung, es würde im Rahmen der aktuellen Marktmodelle das Monetarisierungsproblem der Produzenten lösen, dürfte enttäuscht werden. Denn die Diskussion um Micro Drama beruht oft auf Missverständnissen hinsichtlich Zielgruppen, der technischen Infrastruktur, der Reichweite und der Monetarisierungsmodelle.
Andrea Zuska und Hanna Huge, Hosts des DWDL-Podcasts „Industry“, nehmen den Vertical-Kontext unter die Lupe, prüfen Annahmen, trennen Wunschdenken von Wirklichkeit und lassen Zahlen sprechen.
STAGE I
18:00 – 18:10 Uhr
Abschluss
Ein Tag voller Perspektiven, Prognosen und Positionierungen: Zum Abschluss der Creators Conference 2025 blicken Michelle Müntefering, Christoph Gröner und Julia Weigl zurück auf die wichtigsten Impulse und nach vorn auf das, was auf die Branche zukommt. Diese abschließende Reflexion verdichtet Beobachtungen, Erkenntnisse und Kontroversen zu einem klareren Bild: Wo steht die Branche, wo muss sie hin und was braucht es, um dort anzukommen?
Wir danken unseren langjährigen Partnern und Förderern, die die Creators Conference 2026 umfangreich unterstützen: VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH, Filmförderungsanstalt FFA, FFF – FilmFernsehFonds Bayern, Leonine Studios, SKW Schwarz, u.v.m.


































