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FFG-Urteil: Gericht beendet jahrelange Unsicherheit

Die seit Jahren schwe­lende Ausein­an­der­setzung um die bundes­weite Förderung von Filmpro­duk­tionen gehe in die nächste Runde, schreibt Lutz Knappmann in den Financial Times Deutschland. Nachdem das Bundes­ver­wal­tungs­ge­richt Leipzig das 2010 neuge­staltete Filmför­de­rungs­gesetz (FFG) für verfas­sungs­gemäß erklärt hat, habe die Kinokette UCI angekündigt, eine Verfas­sungs­klage zu prüfen.

„Wir appel­lieren an die klagenden Kinobe­treiber, die Entscheidung des höchsten deutschen Verwal­tungs­ge­richts jetzt auch zu akzep­tieren und gemeinsam an einer zeitge­mäßen Fortent­wicklung des FFG zu arbeiten, zitiert Knappmann Chef der Kino-Sektion in der Produ­zen­ten­al­lianz, Uli Aselmann: Gericht stützt Kino-Abgabe an Filmför­derung (Financial Times Deutschland, 24.2.2011, S. 8, Medien / nicht online)

„Überdurch­schnittlich schnell“ habe das Bundes­ver­wal­tungs­ge­richt wesent­liche Grund­lagen der Entscheidung in einer Presse­mit­teilung veröf­fent­licht, berichtet Blickpunkt:Film. Demnach habe es aufgrund der Änderung des Filmför­de­rungs­ge­setzes durch die kleine Novelle keine verfas­sungs­recht­lichen Bedenken gegen die Heran­ziehung der Kinobe­treiber zur Filmabgabe mehr gesehen und deshalb seinen Vorla­ge­be­schluss an das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt aufge­hoben und die Revisionen der Kläge­rinnen gegen die klage­ab­wei­senden Urteile des Verwal­tungs­ge­richts Berlin zurück­ge­wiesen: FFG-Prozess: Die Entschei­dungs­grund­lagen des BVerwG

Zur ausführ­lichen Presse­mit­teilung des Bundes­ver­wal­tungs­ge­richts: Filmabgabe verfas­sungs­gemäß (frei zugänglich)

Nach einer ersten Reaktion von Kultur­staats­mi­nister Bernd Neumann habe auch die Produ­zen­ten­al­lianz das Leipziger Urteil zur Filmabgabe begrüßt, berichtet Filmecho/Filmwoche und zitiert Uli Aselmann: „Wir sind sehr erleichtert, dass damit die Zukunft dieses überaus wichtigen Finan­zie­rungs­ele­ments für den deutschen Film gesichert ist.“ Produ­zen­ten­al­lianz über Leipziger Filmabgabe-Urteil erleichtert (frei zugänglich)

Zur Presse­mit­teilung von Staats­mi­nister Bernd Neumann auf den Seiten des Presse- und Infor­ma­ti­onsamts der Bundes­re­gierung: Bundes­ver­wal­tungs­ge­richt bestätigt wichtigen Bereich der Filmför­derung des Bundes (frei zugänglich)

In ersten Stimmen zum Urteil des BVerwG schwinge vorrangig Erleich­terung mit, verbunden mit der Auffor­derung an die Kinobe­treiber, den Richter­spruch zu akzep­tieren und die juris­tische Ausein­an­der­setzung zu beenden, berichtet Blickpunkt:Film und zitiert UCI-Geschäfts­führere Ralf Schilling, dessen  „verfas­sungs­recht­liche Bedenken“ vom Bundes­ver­wal­tungs­ge­richt Leipzig nicht ausge­räumt werden konnte: „Wir erwarten nun die schrift­liche Urteils­be­gründung, die wir eingehend prüfen werden, um dann gegebe­nen­falls Verfas­sungs­be­schwerde beim Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt einzu­legen. Solange die verfas­sungs­recht­lichen Bedenken nicht ausge­räumt sind, erfolgt die Zahlung der FFA-Abgabe weiter unter Vorbehalt." FFG-Entscheidung: Reaktionen aus Branche und Politik

„Dutzende deutsche Filme“ profi­tierten jedes Jahr von der Filmför­der­abgabe, heißt es in der Frank­furter Allge­meinen. Die Kinobe­treiber hätten sich vor Gericht gewehrt, dass sie sie mitfi­nan­zieren müssen – „ohne Erfolg“: Die Filmför­der­abgabe ist verfas­sungs­konform (frei zugänglich)

Das Gericht habe „eine jahre­lange Unsicherheit, die das deutsche Filmför­der­system belastet und teilweise gelähmt hatte“, beseitigt, heißt es in der Süddeut­schen Zeitung. „Das Kultur­staats­mi­nis­terium“ und die Filmför­de­rungs­an­stalt in Berlin dürften sich bestätigt fühlen: Filmför­derung ist verfas­sungs­konform (SZ vom 24.02.2011 – Medien­seite)

„Wer bezahlt für den deutschen Film?“, fragt Spiegel online: „Die hiesigen Kinobe­treiber wollten es nicht mehr tun.“ Sie seien gerichtlich gegen die Verpflichtung vorge­gangen, für die Bundes­film­för­derung aufkommen zu müssen – „vergeblich“. Am Mittwoch sei ihre Klage vor dem obersten deutschen Verwal­tungs­ge­richt gescheitert: Kinobe­treiber müssen weiter Filme fördern (frei zugänglich)