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Film wandert aus den Kinos ins Internet – Streamingplattformen gewinnen dabei an Bedeutung..auch kleinere und alternative

Zur Migration des Films ins Internet findet sich ein Artikel von Tereza Fischer im Filmbul­letin, Ausgabe No. 5/2017, S. 64 – 72. Das Ende des Kinos sei vielfach dekla­riert worden, so die Autorin und aktuell sei es "das Abwandern von Filmen aus dem Kino in das Internet", worüber man disku­tiere. Noch nie seien so viele Filme produ­ziert worden und noch nie habe es so viele Möglich­keiten geben, Filme zu schauen. Im Fernsehen sei es schon so gewesen, aber noch mehr nun im Internet, dass alle Grenzen "verfliessen" und damit eine "Abkehr von einem singu­lären Werk" vonstat­tengehe, das in sich geschlossen funktio­niert und bei dem im Kino der Anfang und das Ende ritua­li­siert markiert" werden konnte. Die Rezeption, schreibt Fischer "franst in den Alltag aus".
Die Förderung von Filmpro­duk­tionen in Europa hätten aber immer noch zur Auflage, dass sie als primäres Ziel für die große Leinwand – so in der Bildge­staltung – ausge­richtet würden. Aller­dings sei die Bildge­staltung bereits in den Achtzi­ger­jahren im Hinblick auf die "Zweit­ver­wertung im Fernsehen" angepasst worden – so sei es zu deutlich mehr Großauf­nahmen gekommen.
Den Massen von Filmen, so im Artikel, müssten "mehr Auswer­tungs­mög­lich­keiten" zur Verfügung gestellt werden. Eine Auswertung sei über das Internet möglich, die andere über Filmfes­tivals – letzteren hapere es aller­dings an der "Zugäng­lichkeit" für viele. "Man könnte die Festivals mit ihren Retro­spek­tiven und Hommagen auch als die neuen Programm­kinos sehen." Aller­dings würden es nur die wenigsten Filme von den Festivals dann tatsächlich ins Kino schaffen.

Der Artikel befasst sich weiter mit kleinen bis größeren Platt­formen des Dokumentar- und Arthouses, wie artfilm.ch, alles-kino.de, Tënk, Doc Alliance, lekino.ch, realeyz.tv, mubi.com.

Und am Ende konsta­tiert die Autorin, dass es schade sei, einen Film wie "Night­wat­ching" von Peter Greenaway auf dem Fernseh­bild­schirm  zu sehen, weil es an der "Bildgewalt" fehle, die eine große Leinwand besitzt – wie im Kino. Und sie zitiert den Kritiker und Leiter der Oberhau­sener Filmtage Lars Henrik Gass mit Filme hätten "keine sozia­li­sie­rende Macht", wenn sie nicht "von einer signi­fikant großen Gruppe von Menschen gesehen werden und einen gesell­schaft­lichen Diskurs zur Folge haben."

(nur in der Print­version)