Skip to main content
Pressemitteilung

Folgen der DFFF-Kürzung gefährden Herbst-Dreharbeiten

Berlin, 27. August 2015 – Nachdem der Deutsche Filmför­der­fonds DFFF in diesem Jahr erneut auf nunmehr nur noch 50 Mio. Euro gekürzt wurde, teilte der DFFF Ende Juni auf seiner Website mit, dass die Antrags­summe aller vorlie­genden Projekte das in diesem Haushaltsjahr zur Verfügung stehende Budget übersteige, „so dass mögli­cher­weise nicht alle Anträge bewilligt werden können“.

„Das führt nun aktuell dazu, dass manche Produ­zenten Ende August noch nicht wissen, ob sie die knapp 20 Prozent ihrer Produk­ti­ons­mittel noch bekommen für Filme, deren Drehstarts für Anfang/Mitte Oktober geplant sind“, erläutert Uli Aselmann, Vorsit­zender der Produ­zen­ten­al­lianz-Sektion Kino, die höchst angespannte Lage der deutschen Filmpro­du­zenten. „Sie haben nun zwei Entschei­dungs­mög­lich­keiten: Entweder sagen sie das Projekt ab und stoßen damit ihre Teams in Beschäf­ti­gungs­lo­sigkeit und bleiben auf den Vorkosten sitzen. Oder sie gehen das Risiko ein, die Mittel womöglich nicht zu bekommen, was bedeuten würde, dass sie mit einer Unter­fi­nan­zierung in die Produktion gehen und damit ggf. ihr Unter­nehmen an die Wand fahren“ erklärte er im Interview mit dem Branchen­ma­gazin Blickpunkt:Film.

Neben dem Schaden für die deutsche Filmwirt­schaft drohten auch langfristige Auswir­kungen für inter­na­tionale Projekte, die mit der DFFF-Förderung in Deutschland gedreht werden und hier mindestens das Fünffache der Förder­gelder ausgeben: „Das Signal, dass die automa­tische Filmför­derung des Bundes ihren Automa­tismus verloren hat, wäre für den Filmstandort Deutschland eine Katastrophe.“

Uli Aselmann hält aber auch eine Entspannung der Situation für möglich: „Ich vertraue darauf, dass sich die BKM der Proble­matik bewusst ist und sie ein inter­na­tional anerkanntes Förder­system wieder stärkt. Ebenso vertraue ich auf die beschworene Verbun­denheit von Frau Grütters zur Filmbranche, zu den Kreativen, Schau­spielern und allen Teams, die gerade auf gute Nachrichten warten!“

Mit einem im inter­na­tio­nalen Vergleich geringen Volumen von jährlich 60 bis 70 Mio. Euro bis 2014 hat der DFFF in Deutschland seit seiner Einführung Folge­inves­ti­tionen in Höhe von rund 2,5 Milli­arden Euro erzeugt und allein bei der Filmpro­duktion zeitnahe Steuer­mehr­ein­nahmen im Verhältnis von 1,72 zu den einge­setzten Mitteln ausgelöst. Darin ist die Verwertung der durch den DFFF ermög­lichten Filme noch nicht einge­rechnet.

Die Allianz Deutscher Produ­zenten – Film & Fernsehen ist die maßgeb­liche Inter­es­sen­ver­tretung der deutschen Produ­zenten von Film-, Fernseh- und anderen audio­vi­su­ellen Werken. Sie vereint über 230 Produk­ti­ons­un­ter­nehmen aus den Bereichen Animation, Dokumen­tation, Kinofilm, TV-Enter­tainment, TV-Fiktion und Werbung.