Plattformen wie Amazon, Google und Facebook haben eine natürliche Tendenz zum Monopol, sagt Ökonom Nick Srnicek im Interview mit Tobias Haberkorn auf Zeit Online. Srnicek äußere sich in seinem Buch "Platform capitalism" skeptisch zu einer wirtschaftlichen Nachhaltigkeit von Werbeplattformen im Gegensatz zu Firmen wie Amazon oder Apple, Firmen, die mit physischen Gütern handeln würden, denn diese hätten "eine viel solidere Geschäftsgrundlage."
Auch betone Srnicek, dass Werbung grundsätzlich "sehr konjunkturabhängig" sei. Wenn es der Wirtschaft schlechter gehen würde, würden zuerst die Werbe- und Marketingbudgets Kürzungen unterliegen. Deswegen seien Google und Facebook besonders anfällig für ökonomische Zyklen.
Weiter äußert Srnicek: "Digitale Werbung wächst unter anderem dadurch, dass sie der physischen Werbung Marktanteile abjagt. Dieses Wachstum verlangsamt sich inzwischen von Jahr zu Jahr." Das bedeute für ihn, dass neues Wachstum nur daher kommen könne, dass sich die Plattformen gegenseitig Marktanteile streitig machen. "Wir müssen über Verstaatlichung nachdenken"
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