[Archiv] News bis 31.12.2021

KI.KA-Affäre (III): „MDR unter Druck“

In der Affäre um die Betrugs­vor­würfe gegen einen hochran­gigen Mitar­beiter des öffentlich-recht­lichen Kinder­kanals (KI.KA) gerate der MDR mehr und mehr unter Druck, berichtet Spiegel online. Vor allem beschäftige die Aufsichts­gremien die Frage, wie es einem einzigen Mitar­beiter erlaubt sein kann, Buchungen in Höhe von bis zu 500.000 Euro zu veran­lassen. Eigentlich sei das nur Direk­toren und Haupt­ab­tei­lungs­leitern vorbe­halten. Dem MDR seien Vorwürfe solcher Art nicht neu gewesen, so sei im Tätig­keits­be­richt 2009 des MDR-Anti-Korrup­tions-Beauf­tragten von einem „anonymen Brief" die Rede gewesen, der die „langjährige Zusam­men­arbeit des Kika mit einer Firma proble­ma­ti­siert“ habe, „wobei auch Vorwürfe gegen einen Mitar­beiter des Kika erhoben wurden“. Doch die Überprüfung habe zu nichts: „haltlose Vorwürfe, keine Unregel­mä­ßig­keiten“, so das Fazit: In der Kika-Affäre kommt der MDR unter Druck (frei zugänglich)

KI.KA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp sei „zuminest“ nicht überrascht gewesen, als sein Herstel­lungs­leiter am vergan­genen Dienstag festge­nommen wurde, schreibt Olaf Sundermeyer in der Frank­furter Allge­meinen. Kottkamp habe von den Ermitt­lungen gewuss, die er nach Kräften unter­stütze, worran kein Zweifel bestehe. Dabei gehe es um mehr als um die Wieder­her­stellung der Reputation eines Kinder­fern­seh­senders. Dieser Fall sei größer als der KI.KA mit seinen 150 Mitar­beitern, denn alles deute auf einen der größten Betrugs­fälle der deutschen Fernseh­ge­schichte hin und „reiht sich nahtlos ein in die lange Kette der Finanz­skandale bei ARD und ZDF“.  

Obwohl „niemand hier“ am Aufklä­rungs­willen des MDR zweifle, bleibe die Frage nach der Verant­wortung, so Sundermeyer weiter: „Wie bitte schön konnte so etwas passieren?“ Schließlich seien die Ermitt­lungen erst im Oktober durch eine Selbst­an­zeige des Geschäfts­führers der Produk­ti­ons­firma ausgelöst worden, und auch Steffen Kottkamp gebe zu, „dass K. ohne die Selbst­an­zeige aus Berlin immer noch an der Stelle säße, an der solcherlei Betrug nicht aufge­fallen ist“. Der Betrug war kinder­leicht (frei zugänglich)

Eine Zusam­men­fassung der bisher bekannten Einzel­heiten der Affäre bringt epd Medien: Betrugs­vorwurf gegen Herstel­lungs­leiter des Kinder­kanals (frei zugänglich)