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Niederländische Regierungsstudie: Filesharing nützt der Volkswirtschaft

Die vier nieder­län­di­schen Minister für Erziehung, Kultur, Wirtschaft und Justiz hätten gemeinsam eine Unter­su­chung in Auftrag gegeben, die ermitteln sollte, wie sich die illegalen Download-Aktivi­täten der Nieder­länder volks­wirt­schaftlich auswirken, schreibt Bernd Graff in der Süddeut­schen Zeitung. Die Autoren dieser Studie „Ups and Downs“ kämen zu dem verblüf­fenden Ergebnis, dass den mutmaßlich 100 Millionen Euro, die dem Musik­be­reich jährlich verlo­ren­gehen, ein volks­wirt­schaft­licher Mehrwert von 200 Millionen Euro gegen­über­stehen. Nicht jeder im Internet raubko­pierte Song wäre tatsächlich gekauft worden, hätte es die Möglichkeit zum Klau nicht gegeben. So seien die Verluste der Musik­firmen viel niedriger anzusetzen, als immer behauptet wird. Das gesparte Geld würde nun kultur- und wohlstands­mehrend ausge­geben: Illegales Downloaden bringt die Volks­wirt­schaft nach vorn (SZ vom 4.3.2009, Seite 13 – Feuil­leton)

Nach Einschätzung der Autoren habe sich die Musik­in­dustrie in der Vergan­genheit zu wenig auf das Entwi­ckeln neuer Einkom­mens­quellen gerichtet, die die wegfal­lenden Erlöse aus dem Tonträ­ger­verkauf ersetzen könnten, schreibt Paul Keller bei netzpolitik.org. Generell gingen die Autoren davon aus, dass sich in Zukunft allein mit dem Verkauf von Musik­auf­nahmen keine profi­tablen Unter­nehmen mehr betreiben lassen. Im Gegensatz zur Musik­in­dustrie sähen die Autoren in den Bereichen Film und Games noch keine negativen Effekte von File-Sharing, im Filmbe­reich seien die Erlöse konstant und eher von der Qualität des Angebotes abhängig: Ups and Downs: File-Sharing ist gut für die Ökonomie (frei zugänglich)

Direkt zur Studie auf den Seiten des Insti­tutes für Infor­ma­ti­ons­recht an der Univer­sität von Amsterdam: Ups and downs – Economic and cultural effects of file sharing on music, film and games (PDF-Dokument, 128 S., frei zugänglich)