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Piraterie-Rekord: „Kompliment“ für Programm?

„Piraterie ist böse und macht die Film- und Fernseh­in­dustrie kaputt“, heiße es immer wieder aus Hollywood, berichtet Meedia.de. Dass „Game of Thrones“ die illegalen Download­charts anführe und jede Folge durch­schnittlich vier Millionen Mal herun­ter­ge­laden werde, sei für den Sender HBO aber kein Grund zur Besorgnis. Programm­di­rektor Michael Lombardo sehe das als „Kompliment“ und habe gegenüber Enter­tainment Weekly verlau­ten­lassen, die illegalen Downloads hätten den DVD- bzw. Bluray-Verkäufen geholfen: Piraterie als Kompliment (frei zugänglich)

Der deutsche Produzent Oliver Berben könne Lombardos Ansicht „nicht so ganz glauben“, berichtet Focus online. „Es klingt eher wie eine gute Image-Kampagne“, habe Berben gesagt, „das Interesse an einem Programm wie ‚Game of Thrones‘ ist natürlich toll. Insofern verstehe ich die Äußerung. Anderer­seits führt es einfach dazu, dass wir sehr bald nicht mehr die finan­zi­ellen Möglich­keiten haben, diese Filme oder Serien herzu­stellen.“ Warum HBO so locker mit Online-Piraterie umgeht, liege an der Bezahl-Kultur des Senders. „HBO hat da gut lachen, denn die haben die Einnahmen von ihren Kunden. Deswegen ist denen das erst mal egal. Die haben kein so großes Interesse an der Zweit­ver­wertung, sondern ihre Abonnenten. Aber auch HBO hat gemerkt, dass sich der Markt ändert und es immer weniger darum geht, Sender zu sehen als die Programme an sich. Alle müssen sich genau überlegen, ob und wie sie ihr Programm in Zukunft schützen wollen“: Erfolgs­pro­duzent Oliver Berben: „Zu stehlen, ist keine Lösung“ (frei zugänglich)