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Streamingdienste…könnten aber den Film retten? / Streamingdienste als technische „Methode“

Ein Vergleich mache das Engagament von Netflix im Filmbe­reich deutlich: Für 2018 seien „80 Filme exklusiv bei Netflix angesetzt“, Disney, das Marvel­studio und Star Wars gerade einmal sieben. So Rüdiger Sturm bei CICERO (Ausgabe 08/2018, S. 108ff). Netflix & Co. seien, so schreibt Sturm, „gewis­ser­maßen“ ein Kriegs­ge­winnler. Sie würden „presti­ge­trächtige Projekte erbeuten, die im Kino keine Chance mehr bekommen.“ Die Verant­wortung dafür sieht er auch bei Hollywood selbst, da hier seit den siebziger Jahren auf Block­buster gesetzt worden sei und andere Genres „an den Rand gedrängt“ wurden. Im Artikel zitiert er Frank Pierson, Drehbuch­autor und Filmpro­duzent mit: „Die Filme, die ich machen will, finden ihr Heim eher im Fernsehen oder im Independent-Sektor. Die Studios produ­zieren immer nur Imita­tionen dessen, was früher an der Kasse funktio­nierte.“
Sturm sieht insgesamt aber auch bei Strea­ming­diensten, zu denen nun ein Teil der Kreativen abgewandert ist, einen „Trend zum Enter­tainment mit dem kleinsten gemein­samen Nenner“ und geht davon aus, dass die innova­tiven Geschich­ten­er­zähler auch aus diesem Bereich wieder verdrängt würden und weiter wandern würden, dorthin, wo es nach Scorsese „eine Methode zu finden“ gibt, die es wieder ermög­licht „seine Geschichte zu erzählen."

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