Allgemeines

US-Serien: Das Ende des Geschäftsmodells Fernsehen

Marathon-Fernsehen sei in den USA der neue Trend, schreibt Franz Everschor in der Funkkor­re­spondenz. Allen Verhal­tens­ana­lysen und Statis­tiken zufolge verlange der Konsument des Jahres 2013 nach Entschei­dungs­freiheit und wolle weder Sklave eines Sende­plans noch eines Video­an­gebots sein, die ihm aufok­troy­ieren, wann er sich womit beschäf­tigen soll. Netflix habe mit der Serie „House of Cards“ möglich gemacht, was bisher nur mit DVDs und digitalen Aufzeich­nungs­ge­räten zu schaffen war: im Marathon-Durchlauf eine komplette Fernseh­serie anzuschauen: Die inhalierte Serie (frei zugänglich)

Auch die Süddeutsche Zeitung befasst sich mit „House Of Cards“. Kein ameri­ka­ni­scher Fernseh­sender habe je eine Folge davon ausge­strahlt, schreibt Peter Richter, sie in den USA nur noch per Stream gezeigt worden, wodurch gleich die nächste Sendung zur Verfügung stehe – „mit gigan­ti­schem Erfolg.“

Die britische Zeitschrift The Economist habe vorge­rechnet, wie sehr der Triumphzug der ameri­ka­ni­schen Fernseh­serien den klassi­schen großen Spiel­film­studios zusetze, so Richter weiter: „Das Fernsehen bekommt für seine Dramen nicht nur plötzlich die besseren Kritiken, es verdient auch richtig viel Geld damit.“ Während die vorsteu­er­lichen Gewinne der Studios von Disney, Universal, Paramount, Twentieth Century Fox und Warner zwischen 2007 und 2011 um 40 Prozent zurück­ge­gangen sind, seien die Gewinne des ameri­ka­ni­schen Fernsehens dagegen „freudig von Jahr zu Jahr“ gewachsen. Aller­dings könne das Fernsehen im Erfolg der Fernseh­serien „das Ende des eigenen Geschäfts­mo­dells“ erahnen, weil man eigentlich keine Fernseh­sender mehr brauche, wenn man die Sachen alle auf einmal im Netz haben kann: Filme schauen, bis der Arzt kommt (frei zugänglich)