[Archiv] News bis 31.12.2021

Academy Awards: „Liebe“ bester nicht-englischsprachiger Film

Der Film habe als Favorit gegolten und sei den Ansprüchen gerecht geworden, meldet Spiegel online: „Liebe“ (A/D/F, deutscher Kopro­duzent: X Filme) gewinne in Hollywood den Oscar als bester auslän­di­scher Beitrag: „Liebe“ von Regisseur Haneke mit Oscar geehrt (frei zugänglich)

Jubel herrsche auch in Deutschland über den Oscar für „Liebe“, berichtet Blickpunkt:Film. Die franzö­sisch-deutsch-öster­rei­chische Kopro­duktion sei zwar offiziell für Öster­reich ins Rennen gegangen, doch X Filme-Produzent Stefan Arndt und alle betei­ligten Deutschen freuten sich mit dem Wiener: Deutscher Oscar-Jubel

Um ein Haar hätten Reinhardt und Christian Beetz als Kopro­du­zenten die Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“ gewonnen, schreibt Gesa Mayr bei Spiegel online. Die Oscar-Party in Hamburg-Eimsbüttel habe immerhin ein bisschen Hollywood an die Elbe gebracht: Deutsche Oscar-Nominierte: Roter Teppich im Eppen­dorfer Weg (frei zugänglich)

Die Öster­reicher Christoph Waltz und Michael Haneke glänzten in Hollywood, da sähen „wir Deutsche alt aus“, schreibt Peter Richter in der Süddeut­schen Zeitung. Michael Hanekes Film „Amour“ sei bei der Oscar-Verleihung in fünf Kategorien nominiert. Veit Heiduschka, der öster­rei­chische Produzent von Haneke, sage, es sei „natürlich“ ein öster­rei­chi­scher Film. Regie, Buch, Schnitt: alles Öster­reich. Der deutsche Kopro­duzent Stefan Arndt wiederum sage, dass das alles bei solchen Filmen letztlich „Wurscht“ sei. Es handele sich juris­tisch und faktisch um europäische Gemein­schafts­pro­duk­tionen. Beim „weißen Band“ hätte X Filme  ungefähr siebzig Prozent der Mittel einge­bracht, die Öster­reicher zwanzig, die Franzosen zehn. Bei „Amour“ die Franzosen siebzig, die Deutschen zwanzig, Öster­reich zehn. Europäische Verhält­nisse. Ganz normal.

Wenn man Stefan Arndt frage, warum solche Filme eigentlich aus Öster­reich kommen, während die Deutschen nur Geld dazu tun, lande man sogar in Beverly Hills tatsächlich beim deutschen öffentlich-recht­lichen Fernsehen, schreibt Richter weiter. Arndt, der als deutscher Produzent mit den Sendern arbeiten müsse – auch in „Amour“ stecke Geld von der ARD-Tochter Degeto – sage diplo­ma­tisch, dass „die Menschen, die dort arbeiten, nicht dumm sind, oft sogar relativ schlau“. Aber die Tendenz, Produ­zenten und Regis­seuren vorzu­schreiben, dass Filme 20.15-Uhr-tauglich und exakt 89 Minuten 30 Sekunden lang sein müssen, sei „sehr unerträglich“. Es sei dies ein Thema, das die vielen Kreativen, wie Arndt, sehr traurig mache: Helden­platz (SZ vom 23. Februar 2013. Seite 3)

Weitere Infor­ma­tionen auf den Seiten der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (frei zugänglich)