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Alexander Thies: „Keine Blankoschecks für ARD und ZDF“

Im Interview mit Blickpunkt:Film erläutert Alexander Thies, Vorsit­zender des Produ­zen­ten­al­lianz-Gesamt­vor­stands, die Forderung des Produ­zen­ten­ver­bandes, einen Teil der erwar­teten Mehrein­nahmen der öffentlich-recht­lichen Sender in das Programm zu inves­tieren. Auf die Frage, warum ARD und ZDF über ihre 7,5 Mrd. Euro hinaus „noch mehr Geld“ bekommen, antwortet er: „ARD und ZDF bilden ein einzig­ar­tiges System, das der kultu­rellen Landschaft in Deutschland echte Leucht­türme beschert. Wir sehen mit Sorge, dass die Akzeptanz dieses Systems bei den Zuschauern bröckelt. Es ist die wichtigste Aufgabe der Sender, über die Infor­mation hinaus auch in Bereichen wie Fiktion, Dokumen­tation, Animation, Kinder­fern­sehen und einhei­mi­scher Kinofilm ein attrak­tives Programm zu bieten.“ Die Leistung der Produk­ti­ons­un­ter­nehmen werde nicht ausrei­chend honoriert. Ein Produzent müsse ja von seinen Einnahmen nicht nur seine Mitar­beiter bezahlen, er müsse auch Inves­ti­tionen vornehmen können. Das sei entscheidend um mit der inter­na­tio­nalen Entwicklung Schritt halten zu können: „Eine Serie wie ‚House of Cards‘ zum Beispiel könnten wir in Deutschland auch produ­zieren, aber solche Projekte kann man eben nur entwi­ckeln, wenn man mit den laufenden Produk­tionen genug Geld verdient.“

Er sei davon überzeugt, „dass die Zuschauer einer Meinung mit uns sind und auf die in Aussicht gestellte Reduzierung der Abgabe um 75 Cent verzichten werden“, wenn ARD und ZDF das Geld in besseres Programm inves­tieren. Die Forde­rungen der Produ­zen­ten­al­lianz seien keineswegs „bloß Äußerungen eines Lobby­ver­bands“, so Thies weiter: „Das System ist einfach zu wertvoll, um damit zu spielen. Und wenn es einmal geschwächt ist, wird man es nicht wieder stärken können. Es geht uns nicht darum, dass die Sender mehr Geld bekommen sollen, und erst recht wollen wir ihnen keine Blanko­schecks ausstellen. Jeder muss sparen, jeder muss sich an die Gegeben­heiten anpassen, auch ARD und ZDF. Aber wir wollen erreichen, dass sie sich auf die unabding­baren Priori­täten konzen­trieren. Sie sollen gestalten und nicht bloß verwalten“: Interview mit Alexander Thies über den Gebühren­über­schuss