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ARTE ab 2012 mit neuer Programmstruktur

„Was ist mit dem Anspruch des deutsch-franzö­si­schen Fernseh­senders?“ fragt René Martens im Leitar­tikel der Funkkor­re­spondenz. Bei einer Presse­kon­ferenz zur Vorstellung der neuen Programm­struktur habe Programm­di­rektor Christoph Hauser betont, Arte sei weiterhin „der Sender der Autoren“, das gehöre zu den „Basics“ des öffentlich-recht­lichen Unter­nehmens. Arte zeige „mehr Dokumen­ta­tionen als je zuvor“, es gebe im nächsten Jahr 80 Stunden dokumen­ta­rische Erstaus­strah­lungen mehr als 2011: Artikel über Arte

Am vergan­genen Freuitag hatte Peter Luley bei Spiegel online geschrieben, mit der Programm­reform verordne sich der Sender eine populärere Ausrichtung: „Die Ankün­digung klingt besorg­nis­er­regend: Der Ton müsse ‚freund­licher, emotio­naler und zugäng­licher‘ werden“. Bereits im Juni, als bekannt­ge­geben wurde, dass man das Arte-Programm refor­mieren wolle, habe die AG DOK gemeinsam mit zwei franzö­si­schen Produ­zen­ten­ver­bänden ihrer Sorge Ausdruck verliehen und eine „Abkehr von den Gründungs­idealen“ des Kultur­kanals beklagt. Im Oktober hätten sie sich unter anderem darüber beklagt, dass die Zahl der deutsch-franzö­si­schen Co-Produk­tionen gesunken sei und es künftig am Abend unter­schied­liche Programme für beide Länder geben soll. Huch, wo ist denn unser Anspruch hin? (frei zugänglich)

Zur Presse­kon­ferenz sei auch Arte-Chefin Véronique Cayla gekommen, berichtet Claudia Tieschky in der Süddeut­schen Zeitung vom Mittwoch. Mit dem, was sie gerade in Frank­reich für Arte erreicht hat, dürfte sie ziemlich zufrieden sein: 7,3 Prozent mehr Mittel gebe Paris im kommenden Jahr für den Kultur­sender – „mehr als die Steige­rungsrate aller anderen öffentlich-recht­lichen Sender­etats im Land“. Das zusätz­liche Geld, rund 20 Millionen Euro, solle nun vollständig ins Programm und in die digitale Entwicklung von Arte fließen.

Man müsse den Eindruck haben, schreibt Tieschky weiter, dass Cayla eine Reihe von Dingen verstehen wolle, „Dinge, die mit den deutschen Arte-Gesell­schaftern ARD und ZDF zu tun haben, die ihr Geld nicht wie sie bei Pariser Minis­terien und schließlich vor dem Kultur­aus­schuss des Parla­ments mit Überzeu­gungs­arbeit erstreiten können. Sondern deren Finanzen von allen Landes­par­la­menten gebilligt werden müssen, was aus franzö­si­scher Sicht ungefähr so aussehen muss, als ob man etwas Vernünf­tiges lieber nochmal in eine Zentrifuge steckt und schaut was dann passiert.“ Frage man Véronique Cayla nach der Verun­si­cherung der deutschen Dokumen­tar­filmer fragt, sage sie, dass sie nicht ganz verstehe, woher diese Verun­si­cherung kommt: „Man muss ihnen daher vermitteln, dass sie sich auch in Straßburg bei der Programm­di­rektion von Christoph Hauser und Emmanuel Suard melden, auch so kann das funktio­nieren. Wichtig ist, dass hier ein Dialog in Gang kommt.“ Die Handlungs­rei­sende (SZ vom 16.11.2011)