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Branche und Filmkritik: Reden und ein Offener Brief

Die Deutsche Filmaka­demie habe die Kritik, die einige Filmkri­tiker in der vergan­genen Woche in einem Offenen Brief an der Verga­be­praxis beim Deutschen Filmpreis geübt hatten, zurück­ge­wiesen, meldet Blickpunkt:Film. In den vergan­genen Jahren sei keine Tendenz in eine bestimmte Richtung zu erkennen gewesen, habe die Deutsche Filmaka­demie die Kritik gekon­tertwar. So seien einer­seits Filme prämiert worden, die auch von der Filmkritik Preise erhalten hätten, anderer­seits aber auch Filme, die im Kino „große Kassen­er­folge“ gewesen seien. Auch habe die Akademie aus einem wenig trans­pa­renten Gremien-Verfahren ein „äußerst trans­pa­rentes und demokra­tisch funktio­nie­rendes Verga­be­ver­fahren“ gemacht: Deutsche Filmaka­demie weist Kritik an Lola-Vergabe zurück

Zum Offenen Brief der Filmkri­tiker fragt Harald Pauli im Focus: „Worum geht es wirklich bei dieser Flatulenz im Wasserglas?“ und antwortet, es gehe um den Bedeu­tungs­verlust der klassi­schen Kritik, die ohnehin zwischen der Vermark­tungs­ma­schi­nerie der Filmver­leihe und den omniprä­senten Do-it-yourself-Rezen­sionen im Netz aufge­rieben zu werden drohe. „Da hätte man doch gerne ein bisschen was von der alten Macht zurück.“ Die Hybris sei schwer zu überbieten, mit der „ein paar Feuil­le­to­nisten“ apodik­tisch den „besten Film" definierten, den die schlichten Filmschaf­fenden nicht erkannt hätten“: Wähl dir was! (Focus 43/2012 vom 22. Oktober, S. 128, nicht online)

Auf den Seiten der Deutschen Filmaka­demie: Erklärung zum „Offenen Brief“ vom 18. Oktober 2012 (frei zugänglich)

Zur Diskus­si­ons­ver­an­staltung „Wir müssen reden“, zu der der Verband der deutschen Filmkritik, die Deutsche Filmaka­demie und die Produ­zen­ten­al­lianz einge­laden hatten, schreibt Jan Schulz-Ojala im Tages­spiegel: „Wenn es im Leben eines langjäh­rigen Paars ‚Wir müssen reden‘ heißt, ist die Trennung meist nicht fern“: Im falschen Film (frei zugänglich)

Die Filme­macher hätten sich bei der Diskussion von Beginn an „in der offen­si­veren Position“ befunden, schreibt Lisa Goldmann in der tages­zeitung. Sehr schnell sei deutlich geworden, dass große Uneinigkeit schon darüber herrsche, was Kritik an sich leisten soll. Die Produ­zenten Sven Burge­meister und Manuela Stehr hätten sich eine besondere Sympathie, „ja Verant­wortung der Kritik gerade dem deutschen Film gegenüber“ gweünscht. der habe es nicht leicht, was Produktion und auch Distri­bution angehe. Man müsse doch „den deutschen Film in der Wahrnehmung nach vorne bringen“, so Stehr: Ungeliebt und unver­standen (frei zugänglich)

Seit Langem sei das Verhältnis zwischen Filmbranche und Filkritik „belastet“, schreibt Anke Westphal unter anderem in der Berliner Zeitung. Vor allem die Entschei­dungen beim Deutschen Filmpreis hätten „für Unmut gesorgt“. Die Ausein­an­der­setzung sei lange fällig gewesen. Unter­haltsam seien bei der Diskussion die „robusten Beiträge von Til Schweiger“ gewesen, der nicht müde wurde zu betonen, dass er sich keineswegs beleidigt fühle von den Feuil­letons – denen er seine Filme übrigens seit Jahren nicht vorab zeige. Ami-Filme würden von der deutschen Presse viel besser behandelt als deutsche: Wir müssen reden (frei zugänglich)