PRESSEMITTEILUNG
München, 27. Juni 2026 – Mit über 400 Gästen, mehr als 40 renommierten Speaker:innen aus Branche, Kultur, Medien und Politik und 15 Panels zu wichtigen Zukunftsthemen der Filmwirtschaft setzte die Creators Conference am 26. Juni erneut ein eindrucksvolles Zeichen zum Auftakt des Filmfestes München. Im Fokus der Inputs und Diskussionen standen produzentische Trends, KI, neue Finanzierungsmodelle und tragfähige Formen der Zusammenarbeit.
Michelle Müntefering, CEO der Produktionsallianz, und Dr. Florian Herrmann, bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, begrüßten die zahlreichen hochkarätigen Gäste, darunter Christian Nienaber, Christine Strobl, Christoph Gröner, Daniel Kehlmann, Eva Wilkens, Dr. Frank Castenholz, Hannes Hiller, Ilker Çatak, Inga Leschek, Kelly Luegenbiehl, Prof. Dr. Lisa Giehl, Julia Weigl, Nanni Erben, Oliver Berben, Philip Pratt, Philipp Trauer, Sabine de Mardt, Stephen Follows, Yasmine M’Barek uvm.
In ihrer Rede betonte Michelle Müntefering: „Mit der Creators Conference haben wir eine Plattform geschaffen, die genau das ermöglicht, was unsere Branche in Zeiten tiefgreifender technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen braucht: offenen Austausch, echte Vernetzung und den gemeinsamen Blick nach vorn. Die CC26 hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, neue Kooperationen und Partnerschaften einzugehen. Sie sind Motor für das Erzählen und Produzieren der Zukunft. Zugleich wurde deutlich: Auch wenn KI immer stärker in kreative und produktionelle Prozesse hineinwirkt, bleibt der Mensch entscheidend. Die CC26 hat gezeigt: Unsere Branche will Zukunft gestalten, und zwar gemeinsam.“
Auf dem von Marc Mensch (SPOT media & film) moderierten medienpolitischen Panel diskutierten Dr. Frank Castenholt (BKM), Laura Machutta (Constantin Film), Donald Jenichen (ZDF) und Achim Rohnke (VTFF) Perspektiven von Politik, Auftraggebern, Produktion und Produktionsdienstleistung. Betont wurde das gemeinsame Ziel, über das gesetzlich festgeschriebene Investitionsniveau hinaus durch zusätzliche Investitionen in den Filmstandort Deutschland zu holen. Laura Machutta betonte: „Die Investitionsverpflichtung ist nicht nur eine Frage von mehr Produktionsvolumen. Sie ist eine Frage der wirtschaftspolitischen Strategie. Der wichtigste Hebel für einen Investitionsboom ist die Investitionsquote. Dabei müssen wir uns an etablierten Filmländern wie Frankreich und Italien orientieren, nicht an deutlich kleineren Märkten.“
Daniel Kehlmann, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart, setze sich früh und persönlich mit dem Thema generativer KI auseinander und reflektierte im Gespräch mit der ZEIT-Journalistin und Autorin Yasmine M’Barek was es bedeutet, im Zeitalter der Algorithmen Autor zu sein. Er plädierte für einen angstfreien Umgang mit KI, fordert aber gleichzeitig eine Kennzeichnungspflicht und wirksame staatliche Regulierung auf EU-Ebene.
Auf dem Panel „Zukunft von TV und Streaming“ diskutierten Christine Strobl (ARD), Inga Leschek (RTL), Philip Pratt (Amazon) und Hannes Hiller (Pro 7) im Gespräch mit Sabine de Mardt (Gaumont Deutschland) über inhaltliche Strategien, neue Finanzierungs- und Kooperationsmodelle und darüber, ob ihre Antwort auf den Wandel weniger, anderes oder mutigeres Programm ist.
Kelly Luegenbiehl (Shorties Studios) und Kai Fischer (Constantin Entertainment) diskutierten, was Zuschauer:innen suchen, was Plattformen brauchen, was Produzent:innen liefern können und wie sich für Vertical Content Entwicklungsprozesse, Budgets, Teamstrukturen und IP verändern.
Klassische Finanzierungs- und Auswertungsmodelle treffen auf die dynamische Welt von Creator-Ökosystemen und Plattformen wie YouTube und TikTok. Oliver Berben (Constantin Film), Eva Wilkens (Youtube) und Alexandra Streichfuss (SKW Schwarz) diskutierten, wie sich Machtverhältnisse, Monetarisierung und kreative Kontrolle im aktuellen Umbruch verschieben und welche Chancen und Risiken daraus für Produzent:innen, Creator, Plattformen und das Publikum entstehen. Betont wurde die gemeinsame Verantwortung für den lokalen Markt sowie die große Offenheit für Innovationen, Kooperationen und Partnerschaften im In- und Ausland.
Ein einziger Film kann die weltweite Wahrnehmung einer ganzen nationalen Kinolandschaft verändern. Auf der Grundlage von Einspielergebnissen, Verkaufszahlen und der Presseberichterstattung der letzten 25 Jahre legt der führende Datenanalyst Stephen Follows dar, welche Art von Film Deutschland benötigt, um seinem Kino auf internationaler Bühne neuen Schwung zu verleihen.
Regisseur und Autor Ilker Çatak diskutierte mit der ZEIT-Journalistin und Autorin Yasmine M’Barek über moralische Grauzonen, ambivalente Figuren, gesellschaftliche Spannungen und die Frage, wie Filme politisch sein können, ohne eindeutige Antworten zu liefern.
Sabine de Mardt (Gaumont Deutschland) und Nanni Erben (MadeFor Film) führen Firmen, die zeigen, wie unterschiedlich Vielfalt in der Produktionslandschaft aussehen kann. Im Gespräch erkunden die beiden Produzentinnen, was Vielfalt für ihre jeweilige Firmenstrategie bedeutet, welche Risiken sie dafür in einem wachsenden, aber auch fragmentierten Markt eingehen und wo die Grenzen und Chancen einer bewusst breiten oder bewusst schmalen Aufstellung liegen.
Im Gespräch mit den Bernd Eichinger Preisträgern 2026 Thomas Wöbke und Philipp Trauer (beide BerghausWöbke Filmproduktion) blickte Julia Weigl (Filmfest München) auf ihre Arbeitsweise, das Scouting von Stoffen und Talenten und fragte, wie Produzieren mit Haltung heute gelingt.
Marius Bingener (lostlabs) managt zwei der reichweitenstärksten TikTok-Creator Europas. Marik Roeder aka @darkviktory hat über mehr als zehn Jahre eigene Formate, Communitys und IPs aufgebaut — ohne Sender, ohne Streamer, vollständig autorengetrieben. Kai Fischer (Constantin Creators) diskutierte mit ihnen darüber, was diese Modelle in der Praxis bedeuten und dass Wertschöpfung im Content-Geschäft nicht durch Aufträge entsteht, sondern durch Audience-Ownership, Autonomie und Eigentum an der eigenen IP.
Wie betreibt ein internationales Entertainment-Studio systematisch Formatentwicklung jenseits klassischer Auftragslogik? Christian Nienaber (Banijay Media) stellte vier unterschiedliche, aktuelle Produktionen vor – vom Micro Drama über eine Reality-Talkshow bis hin zu einem Fight Event, das mit 100 Mio. Videoviews auf Social Media alle Rekorde gebrochen hat – vor dem Hintergrund der Frage: Wie sehen Format, Reichweite und Erlösmodell für Content aus, der ohne Auftrag produziert wird?
Peter Wiechmann (SWR) und Marcus Uhl (Bilderfest) diskutierten mit Albrecht Bischoffshausen (VFF), wie Verwertungsgesellschaften mit ihrem doppelten gesetzlichen Auftrag, Erlöse leistungsgerecht auszuschütten und Kultur zu fördern, künftig Schwerpunkte bei der Förderung legen sollten: Bei klassischen Produzent:innen oder den Creators von morgen? Beim künstlerischen Wagnis oder dem kommerziellen Erfolg? Bei verlässlichen Strukturen oder mehr Wendigkeit für eine Branche im Wandel?
Tülin Sezgin hat mit Conny from the Block auf Instagram eine Kunstfigur und ein eigenes komödiantisches Universum erschaffen, das mittlerweile auch außerhalb von Instagram mit einem Buch, auf der Bühne und in TV-Formaten erfolgreich ist. Tülin Sezgin und Produzent Bob Heinemann (btf) sprachen mit Julia Weigl (Filmfest München) u.a. über die Kunst, eine Creator-Stimme (ins TV) zu skalieren, ohne sie zu verlieren und darüber, was beide Seiten voneinander lernen.
Die Versprechen von KI-first Produktionsstudios sind neue Formate, schnellere Produktionszyklen und Bildwelten, die klassische Budgets nicht hergeben. Eline van der Velden (Particle6), Hannes Jacobsen (Chapter41) und Dr. Georg Ramme (PROMPTR) diskutierten, was sich wirklich sind – Hybride aus Dienstleister für Marken oder Werkzeugbauer für klassische Produktionshäuser – und was das für die Praxis, für Inhalte und für das Publikum bedeutet.
KI-gestützte Filmproduktion verspricht Effizienz, liefert in der Praxis aber oft noch hohe Entwicklungskosten, widersprüchliche Erfahrungswerte und komplexe Prozesse. Dazu sind die Kosten für Proof-of-Concept KI-gestützter Produktionsprozesse in regulären Projektbudgets schlicht nicht abgebildet. Prof. Dr. Lisa Giehl (Leonine Studios) diskutierte mit Dorothee Erpenstein (FFF Bayern) und Stephanie Schettler-Köhler (Storybook Studios), wie Förderinstrumente neu gedacht werden müssen, damit das Zusammenspiel von Kreativität und KI nicht auf die Kostenfrage reduziert wird.
Micro Drama boomt, zumindest in der Wahrnehmung. Doch wer schaut es wirklich, und warum? Die Diskussion um Micro Drama beruht oft auf Missverständnissen hinsichtlich Zielgruppen, technischer Infrastruktur, Reichweite und Monetarisierung. Andrea Zuska und Hanna Huge, Hosts des DWDL-„Industry“-Podcasts, nahmen den Vertical-Kontext unter die Lupe, prüften Annahmen und ließen im Live-DWDL-Podcast Zahlen sprechen.
Der Konferenz vorgelagert fanden zudem zwei Workshops statt. In „GZSZ goes KI-gestützte Virtual Production“ stellten Ernst Feiler und Sebastian Herbst vor, wie LED-Studio-Infrastruktur, KI-basierte Content-Pipelines und Workflow-Automatisierung ineinandergreifen können und wo KI-unterstützte Virtual-Production bereits sinnvoll funktioniert. In “Caught in a Loop – Inside the Addictive Content of Micro Dramas” ging es mit Will Buckingham darum, die Mechanismen von Micro-Dramas aus der kreativen Perspektive von Drehbuchautoren, Produzenten oder Verantwortlichen für die Stoffentwicklung zu verstehen. Die Teilnehmenden untersuchten, wie Erzählweise, Cliffhanger, Wiederholungen und Datenanalyse die Aufmerksamkeit, die Emotionen und die (finanzielle) Bindung der Zuschauerschaft steuern – oft wirkungsvoller als bei längeren Formaten. Zudem bleibt ausreichend Raum für eigene Fragen und den Austausch in der Gruppe.
Zudem kamen beim Talent Campus@Creators Conference 2026 Nachwuchstalente mit führenden Expert:innen aus den Bereichen Produktion, Redaktion und Streaming zusammen. Im Mittelpunkt standen vielversprechende Spielfilm- und Serienprojekte in der Konzeptions- oder Entwicklungsphase, die in einem professionellen Umfeld präsentiert werden. Das Format versteht sich nicht als Wettbewerb, sondern als kuratierter Raum für Austausch auf Augenhöhe, konstruktive Impulse und nachhaltige Netzwerkbildung.
Alle weiteren Infos zum Programm und den Speakerinnen und Speaker finden Sie online unter Creators Conference 2026.
Kurator der CC26: Erwin M. Schmidt
Projektmanagement und Produktion der CC26: Produktionsallianz Services GmbH
Pressefotos (Copyright: Gisela Schober und Flo Huber):
Wir danken unseren langjährigen Partnern und Förderern, die die Creators Conference 2026 umfangreich unterstützen: VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH, Filmförderungsanstalt FFA, Filmfest München, FFF – FilmFernsehFonds Bayern, Leonine Studios, SKW Schwarz, u.v.m.
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.












































