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Degeto: „Struktureller Schaden“ für deutsche Produzenten?

Die Degeto habe ihre mit Gebühren gefüllten Budgets, „jährlich immerhin weit mehr als 400 Millionen Euro“, bis 2014 verplant und dabei einen Überhang gebildet, der zu einem Rückgang der Produk­ti­ons­auf­trage führt, schreibt Chris­topher Keil in der Süddeut­schen Zeitung. „Den deutschen TV- und mögli­cher­weise Kinopro­du­zenten könnte ein struk­tu­reller Schaden entstanden sein.“ Es werde mindestens in den kommenden zwei Jahren weniger Aufträge des mächtigen Produ­zenten Degeto geben, bereits entwi­ckelte und beabsich­tigte Projekte für die Dauer der internen und externen Unter­su­chung würden auf eine Warte­po­sition geschoben: „Zugesagte Gelder fließen gerade nicht, Stoff­ent­wick­lungen wurden angeblich gestoppt.“ „Die Hausauf­gaben, die die Inten­danten jetzt zu machen haben, dürfen nicht auf dem Rücken der Produ­zenten erledigt werden“, zitiert Keil Marc Jan Eumann, Vorsit­zenden der SPD-Medien­kom­mission:  „Generell gilt: Wir brauchen starke Produ­zenten. Der öffentlich-recht­liche Rundfunk ist besonders gefordert, mit Gebüh­rengeld für eine vitale Produ­zen­ten­land­schaft zu sorgen.“ Über Gebühr (SZ vom 21.09.2011 – Medien­seite)

In der Frank­furter Allge­meinen fragt Michael Hanfeld, ob man das nicht ein Desaster nennen müsse: „Eines, dessen Folgen für die hiesige Produk­ti­ons­land­schaft noch gar nicht absehbar sind? Wer einen neuen Film plant, braucht bei der Degeto jetzt jeden­falls nicht anzuklopfen. Der Geschäfts­führer Jurgan habe eben ein wenig weit vorge­plant und kräftig einge­kauft, heißt es in ARD-Kreisen defätis­tisch; er soll zum Beispiel eine ganze Latte von James-Bond-Filmen geordert haben: Der Mann mit der Lizenz zum Geldaus­geben steht offenbar auf den Mann mit der Lizenz zum Töten.“ Zwei Jahre Sende­pause? (FAZ, 21.09.2011, Nr. 220 / Seite 33 – Medien­seite)