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Deutscher Fernsehpreis: Gesellschaftervertrag gekündigt

„Trauriges Ende einer Auszeichnung“: Der Deutsche Fernseh­preis solle am 3. Oktober dieses Jahres noch einmal verliehen werden, dann sei das bisherige Format passé, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Gesell­schaf­ter­vertrag sei von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 frist­ge­recht gekündigt worden, habe das ständige Sekre­tariat des Fernseh­preises in Köln mitge­teilt Die Fernseh­sender zögen mit der Entscheidung die Konse­quenzen aus der pannen­reichen Geschichte des Preises: Sender ziehen Reißleine (frei zugänglich)

In den vergan­genen Jahren habe die Verleihung in der Fernseh­branche und bei den Zuschauern „zunehmend an Akzeptanz verloren“, heißt es bei Spiegel online. Auch sei die Preisgala zuletzt einen Tag zeitver­setzt ausge­strahlt worden, was zu etlichen Kommu­ni­ka­ti­on­s­pannen geführt habe. Zudem sei die Aufzeichnung proble­ma­tisch geschnitten worden. Eine Nachfol­ge­sendung sei aber bereits im Gespräch: Nach Zuschau­er­kritik: Aus für den Deutschen Fernseh­preis (frei zugänglich)

Die Entscheidung komme nicht überra­schend, schreibt Thomas Lückerath  bei DWDL.de. Schon unmit­telbar nach der Verleihung des Deutschen Fernseh­preises 2013 sei großer Unmut im Kreise der Stifter der Auszeichnung bekannt worden.  Beim Grimme-Preis in Marl, der dieses Jahr immerhin bereits zum 50. Mal verliehen wird, werde man über das Ende des Deutschen Fernseh­preises schmunzeln – „könnte man denken“. Doch auch beim altehr­wür­digen Grimme-Preis stehe die Zukunft bislang in den Sternen:
Beschlossen: Der Deutsche Fernseh­preis ist tot (frei zugänglich)

„Wir haben es geschafft, einen Preis zu vergeben, den weder die Branche noch das Publikum will“, zitiert Michael Hanfeld in der Frank­furter Allge­meinen „einen der Betei­ligten“. Bei den Sendern sei klarge­worden, dass sie eine riesen­große Lachnummer veran­stal­teten – „peinlich für alle Betei­ligten, peinlich als Darstellung des deutschen Fernsehens insgesamt“: Die Lachnummer endet mit Schrecken (frei zugänglich)