[Archiv] News bis 31.12.2021

Erfolgsrezepte für gute Fernsehserien

Amerikas Kabel­sender und Online­portale gierten nach Serien wie „Mad Men“ oder „Breaking Bad“, schreibt Bernhard Hübner in den Financial Times Deutschland und zitiert Josh Sapan vom US-Kabel­sender AMC, der es „ohne milli­ar­den­schweres Wettbieten um Sport­rechte, ohne diven­hafte Starmo­de­ra­toren, ohne überteuerte Hollywood-Block­buster und stunden­lange Casting­shows“ geschafft habe: Man brauche „Kultin­halte“, man brauche Sendungen, mit denen sich die Zuschauer so identi­fi­zieren, dass es ihnen Schmerzen bereite, wenn sie sie eine Woche verpassen. „Sapans kleiner Kabel­sender AMC“ habe sich in den vergan­genen Jahren in die Topliga der US-TV-Stationen katapul­tiert., der Umsatz sei im vergan­genen Jahr um zehn Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar und der operative Gewinn um 16,7 Prozent auf 327 Mio. Dollar gestiegen. Geschafft habe er das nur dank einer Handvoll Fernseh­serien: „Breaking Bad“, „Mad Men“ oder „The Walking Dead“. Man könne Sapans Philo­sophie auch so zusam­men­fassen, so Hübner weiter: „Man muss nur gute TV-Serien zeigen, dann kann nichts mehr schief­gehen“:  Erfolge in Serie

Auch Spiegel online beschäftigt sich mit Erfolgs­re­zepten für Fernseh­serien. Unter der schwer irrefüh­renden Überschrift „Warum sind deutsche Serien so mies?“ hat Hannah Pilarczyk ein Interview mit dem Medien­for­scher Lothar Mikos geführt, der am Erich Pommer Institut in Babelsberg erstmalig ein „European TV Drama Series Lab“ für Fernseh­macher ausrichte, um die Produktion von hochwer­tigen Serien in Europa voran­zu­treiben. Auf die Frage, wie groß das Interesse hiesiger Sender und Produk­ti­ons­firmen an einer stärkeren Vernetzung und Profes­sio­na­li­sierung sei, antwortet Mikos: „Von Produ­zen­ten­seite aus stoßen wir auf großes Interesse.“ Es gebe aber in den Sendern Wider­stände, nach dem US-Modell zu arbeiten. „Was deren Inter­essen sind, weiß man nie so genau – außer mit möglichst wenig Aufwand und Diskus­sionen die Budgets zu verteilen und dabei ein einiger­maßen vernünf­tiges Programm hinzu­be­kommen. Innovativ sind Sender eher selten. „Überhaupt sei der deutsche TV-Markt nicht besonders innova­ti­ons­freundlich: „Das ist das Erstaun­liche: Obwohl Deutschland der größte Fernseh­markt in Europa ist, bringt er sehr wenig innovative Formate – sowohl aus dem fiktio­nalen als auch dem nonfik­tio­nalen Bereich – hervor.“ Warum sind deutsche Serien so mies? (frei zugänglich)