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EU-Urheber­recht: Kompli­ziert und eigentlich ganz einfach: Es geht „nicht um Zen­sur, son­dern um die wah­re Frei­heit im Netz“

schreibt Michael Hanfeld in der Frank­furter Allge­meine Zeitung (vom 25.3.2019, Medienteil): Es ist kom­pli­ziert, dem In­halt und dem Ver­fah­ren nach. So ist Eu­ro­pa. Doch dem Grun­de nach ist es ein­fach: Bei der Re­form und der Ver­ein­heit­li­chung des eu­ro­päi­schen Ur­he­ber­rechts geht es dar­um […] das Recht auf geis­ti­ges Ei­gen­tum ge­gen den Tur­bo­platt­form­ka­pi­ta­lis­mus der Si­li­con-Val­ley-Kon­zer­ne zu si­chern. Es geht dar­um, dass Ur­he­ber an den Ein­nah­men, die mit ih­ren Wer­ken er­zielt wer­den, teil­ha­ben. Es geht um die Fra­ge, wie Wirt­schaft und Ge­sell­schaft ver­fasst sind. Es geht um Grund­re­geln. Es geht um die De­mo­kra­tie. Es geht, wie der Kom­po­nist Mat­thi­as Horn­schuh am Sams­tag in Ber­lin bei ei­ner Ver­an­stal­tung der In­itia­ti­ve Ur­he­ber­recht sag­te, „um al­les“. (Auszug)

Mor­gen stimmt das Eu­ro­pa­par­la­ment über das neue Ur­he­ber­recht ab. Doch vie­le Geg­ner der Richt­li­nie ha­ben nicht be­grif­fen, wor­um es geht: nicht um Zen­sur, son­dern um die wah­re Frei­heit im Netz. Propa­ganda mit dem Upload­filter (paid)

Die Abstimmung im Plenum des Europäi­schen Parla­ments über die Richt­linie zum Urheber­recht im digitalen Binnen­markt ist für Dienstag, 26. März 2019, ab 12 Uhr angesetzt.

Einen Blick in aktuelle Presse dazu:

Ebenfalls aus der Frank­furter Allge­meine Zeitung (Ausgabe vom 25.3., Feuil­leton, S. 11): Ge­spräch mit der Grü­nen-Po­li­­ti­ke­rin Hel­ga Trü­pel, die zur Reform des EU-Urheber­rechts­ge­setzes ein Manifest aufge­setzt hat. Trüpel: „Es ist kein faires Business-Modell.“  „Es geht dar­um, dass die gro­ßen Platt­for­men, die Mo­no­po­le bil­den – Goog­le, Face­book, Youtube –, In­hal­te von Drit­ten, an de­nen sie nicht die Rech­te ha­ben, mit Wer­bung ver­bin­den, da­mit sehr viel Geld ver­die­nen und die Ur­he­ber nicht an­ge­mes­sen be­tei­li­gen.“ Trüpel weiter: „Des­we­gen ist es mir wich­tig, mit Ar­gu­men­ten klar­zu­ma­chen, was die­ses Ge­setz soll und war­um es ei­nen fai­ren Aus­gleich zwi­schen Ur­he­bern und Platt­for­men braucht. Das ist ein fai­res und ver­hält­nis­mä­ßi­ges Ge­setz. Es hat mit Zen­sur nichts zu tun.“  Den Platt­form­ka­pi­ta­lismus müssen wir einhegen (paid)

Frank­furter Allge­meine Sonntags­zeitung: Mehr­heit für Re­form zeich­net sich ab. Heißt es in der Frank­furter Allge­meine Sonntags­zeitung (Ausgabe vom 24.3.2019, Titel­seite). „Im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment zeich­net sich trotz des Wi­der­stands von In­ter­net­kon­zer­nen und Ak­ti­vis­ten ei­ne Mehr­heit für die um­strit­te­ne Re­form des Ur­he­ber­rechts ab.“ Auch wenn eine „Rei­he Ab­ge­ord­ne­ter un­ter dem Druck ei­ner gut or­ga­ni­sier­ten Kam­pa­gne ins Schwan­ken ge­ra­ten“ sei, heißt es weiter in dem Artikel, würden „Be­rich­te aus den Frak­tio­nen nicht auf ei­nen grund­sätz­li­chen Mei­nungs­um­schwung“ hindeuten. Zum Artikel: Ringen ums Urheber­recht (paid)

HORIZONT: Initiative für die Reform des Urheber­ver­trags­rechts Rund 260 Verlage, Zeitungen, Nachrich­ten­agen­turen, Rundfunk-Anbieter, Produk­ti­ons­firmen und Medien­schaf­fende haben eine Initiative für die Reform des Urheber­rechts unter­zeichnet. In einem am Freitag (22.3.) veröf­fent­lichten europa­weiten Aufruf fordern sie eine faire Betei­ligung am Geschäft mit den Inhalten, um damit ein reich­hal­tiges und vielfäl­tiges Internet zu sichern, in dem Infor­mation und Kultur ihren festen Platz haben. 260 Organi­sa­tionen unter­stützen Kampagne für Urheber­rechts­reform

Appell an alle Mitglieder des Europäi­schen Parla­ments, der Richt­linie ihre Stimme zu geben und den Weg frei zu machen für einen fairen Umgang zwischen den Platt­formen, Kreativen, Rechte­inhabern und Nutze­rinnen und Nutzern Appell: JA zur EU-Urheber­rechts­richt­linie (vom 25.3.2019 auf der Seite der GEMA)

EU-Urheber­rechts­reform – EU-Parlament entscheidet am Dienstag / 260 Organi­sa­tionen unter­stützen Kampagne für Urheber­rechts­reform Dabei gibt es drei Möglich­keiten wie es ausgehen kann skizziert Simon Hurtz in der Süddeut­schen Zeitung (Ausgabe vom 25.3., Innen­po­litik): „Die Abgeord­neten akzep­tieren den aktuellen Vorschlag, streichen oder ändern einzelne Passagen, etwa Artikel 13, oder sie lehnen die Reform in Gänze ab. Option eins scheint nach diesem Samstag etwas unwahr­schein­licher geworden zu sein.“ Es hatte am Samstag in ganz Europa Demons­tra­tionen von mehr als 150 000 Menschen gegen die EU-Urheber­rechts­reform gegeben. „Der Kampf um die Deutungs­hoheit wird schärfer – und erreicht nun auch die CDU“ schreibt Hurtz: Streit um EU-Urheber­rechts­reform

Medienpolitik.net: „In dem zur Abstimmung stehenden Dokument ist aus Artikel 11 nun Artikel 15 geworden, Artikel 13 wurde zu Artikel 17. Der Grund liegt in redak­tio­nellen und nicht inhalt­lichen Änderungen.“ Interview mit Axel Voss, CDU, Rechts­anwalt, Mitglied des Europa­par­la­ments, Verhand­lungs­führer des EU-Parla­ments für die Reform des Urheber­rechts: Countdown für neues EU-Urheber­recht