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First Steps Awards: „Mehr Auswahl bei steigender Qualität“

„Von Nomaden, Flücht­lingen und jodelnden Flamingos:“ Am Montag werden in Berlin die First Steps Awards für die besten Nachwuchs­filme vergeben, schreibt Patrick Wildermann im Tages­spiegel und fragt, wer in den jewei­ligen Kategorien gewinnen werde: Anders leben, woanders leben (frei zugänglich)

Vor zwei Jahren sei die ganze ZDF-Redaktion „Das kleine Fernseh­spiel“ mit dem Ehren­preis der First Steps Awards für Abschluss­filme ausge­zeichnet worden, schreibt David Denk in der Süddeut­schen Zeitung. Der heftige Applaus sei ein „politi­sches Statement“ gewesen. Bevor der Preis am Montag in Berlin zum 15. Mal verliehen wird, stelle sich die Frage: „Vernach­läs­sigen die für die Finan­zierung des deutschen Kinos unver­zicht­baren öffentlich-recht­lichen Sender die Nachwuchs­för­derung?“ Im ersten First-Steps-Jahr 2000 seien alle neun nominierten abend­fül­lenden Spiel­filme vom Fernsehen mitpro­du­ziert gewesen, 2014 seien es von fünf nur zwei. „Zufall, oder sind die Sender wirklich auf dem Rückzug?“ Cooky Ziesche, Leiterin der Filmre­daktion des RBB, sage, der Eindruck täuscht und sei „kaum zu bremsen, wenn sie aufzählt, was ARD-weit und bei ihrem Sender für den Nachwuchs getan werde“.

„Heute sind Talente immer eher bereit, alter­native Produk­ti­onswege, etwa Crowd­funding, zu suchen, um sich von endlosen Auswahl- und Finan­zie­rungs­runden zu emanzi­pieren“, zitiert Denk die First-Steps-Programm­lei­terin Andrea Hohnen. „Es ist immer mehr Nachwuchs auf dem Markt“, sage ZDF-Redak­ti­ons­lei­terin Claudia Tronnier, „und die Qualität ist sehr hoch, sodass die Qual der Wahl groß ist.“. Dieses Überan­gebot beschäftige auch Claudia Gladzie­jewski vom BR: „Kleine Filme kanni­ba­li­sieren sich im Kino zunehmend gegen­seitig.“ Vielleicht werde „mehr produ­ziert als der Markt vertragen kann“. Für Andrea Hohnen und First Steps sei mehr Auswahl bei steigender Qualität eine gute Nachricht, für den Filmnach­wuchs bedeute es vor allem eine weitere Verschärfung des Konkur­renz­kampfes: Selbst ist der Nachwuchs­filmer (frei zugänglich, SZ vom 15.9.2014, S. 27 – Medien)