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Gebührenreform: Thüringen hat Bedenken

Die über Monate ausge­han­delte Reform der Finan­zierung von ARD und ZDF könnte in letzter Minute scheitern, schreiben Marc Neller und Hans-Peter Siebenhaar im Handels­blatt. Die Thürin­gische Landes­re­gierung habe gegen das Modell einer Haushalt­gebühr verfas­sungs­recht­liche Bedenken, sie berufe sich auf ein Gutachten des Bonner Staats­rechtlers Christian Waldhoff. Das Bundesland schlage statt­dessen die Einführung einer Steuer für ARD und ZDF vor. „Die Steuer­fi­nan­zierung erweist sich unter den recht­lichen und tatsäch­lichen Bedin­gungen der Gegenwart als die adäquate und verfas­sungs­rechtlich mögliche Form der Rundfunk­fi­nan­zierung“, heiße in dem Gutachten.

Der Vorstoß sei brisant, schreiben Neller und Siebenhaar weiter. Um die Haushalts­gebühr wie geplant 2013 einzu­führen, müssten alle 16 Minis­ter­prä­si­denten und alle Landtage zustimmen. Ein einziges Bundesland könne die größte Rundfunk­reform seit Jahrzehnten zu Fall bringen: Thüringen bremst ARD/ZDF-Reform (frei zugänglich)

Bei der heutigen Sitzung der Rundfunk­kom­mission der Länder müssten die Vertreter der anderen Bundes­länder Überzeu­gungs­arbeit leisten, um die Reform nicht zu gefährden, schreibt Christian Henz bei DWDL.de. Die geplante Reform werde auch als Reaktion auf die steigende Zahl an Bürgern gesehen, die sich von den Rundfunk-Gebühren befreien lassen. „Nichts­des­to­trotz“ unter­halte Deutschland nach wie vor mit einem Gebühren-Volumen von 7,6 Mrd. Euro den teuersten öffentlich-recht­lichen Rundfunk der Welt: Thüringen droht GEZ-Reform zu kippen (frei zugänglich)