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Günter Rohrbach zum ZDF-Fußball-Geschäft: „Kein Mehrwert“

In einem Gastbeitrag für die Frank­furter Allge­meine fragt Günter Rohrbach, Produzent und Ehren­mit­glied der Produ­zen­ten­al­lianz, was der Fernsehrat des ZDF über den Ankauf der Rechte an der Fußball-Champions-League denkt, ob er sich „hauspa­trio­tisch über den Coup, den sein Sender da gelandet hat“ freue oder ob er nach dem Nutzen frage, der daraus der Gesell­schaft, sprich dem Zuschauer, erwächst?

Das ZDF habe für rund 50 Millionen Euro pro Jahr Rechte an einem Programm gekauft, das es auch bisher schon gegeben habe, bei Sat.1, für deutlich weniger Geld und finan­ziert nicht aus Gebühren, sondern mit Werbung, so Rohrbach weiter. „Wir, die Zuschauer und Gebüh­ren­zahler, erhalten also nichts Neues, keinen Mehrwert. Wir bezahlen 50 Millionen für etwas, das wir bereits hatten, ohne dieses Geld. Haben wir da ein gutes Geschäft gemacht?“

Die Champions League sei ein sehr attrak­tives Programm, sie garan­tiere eine hohe Sehbe­tei­ligung. „Die Idee war aber, dass ein öffentlich-recht­licher Sender sich die Quote erarbeitet und nicht erkauft.“ Die meisten Programm­macher sähen das ähnlich und müssten jetzt zusehen, „wie die Millionen aus ihren Etats heraus­ge­zogen und in ein überteu­ertes Programm trans­fe­riert werden“ so Rohrbach. Die Verant­wort­lichen hätten der Öffent­lichkeit sugge­riert, das Geld werde durch Einspa­rungen bei anderen Sport­ver­an­stal­tungen erwirt­schaftet. Was eher beiläufig erwähnt werde, sei der Umstand, „dass ein erheb­licher Teil des Geldes durch den Verzicht auf jene Programme frei wird (alles bisher Eigen­pro­duk­tionen), an deren Stelle künftig der Fußball laufen soll“: Irgendwann läuft  jedes Fass über (FAZ, 15.04.2011, Nr. 89 / Seite 35 – Medien)