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Heinze-Prozess: „Letzte Klappe noch nicht gefallen“

Im Prozess um den Drehbuch-Skandal beim Norddeut­schen Rundfunk (NDR) sei am Donnerstag noch nicht „die letzte Klappe gefallen“, berichtet das Hamburger Abend­blatt. Eigentlich sei im Verfahren gegen die frühere Fernseh­spiel­chefin Doris Heinze das Plädoyer der Staats­an­walt­schaft erwartet worden, statt­dessen habe die Vertei­digung einer mitan­ge­klagten Filmpro­du­zenten noch eine Reihe von Beweis­an­trägen gestellt, über die das Gericht zunächst entscheiden musste: Neue Beweis­an­träge im Heinze-Prozess (frei zugänglich)

Die Vertei­diger von Heinze, ihres mitan­ge­klagten Mannes Claus Strobel und einer ebenfalls angeklagten Produ­zentin hätten am Donnerstag 13 Beweis­an­träge einge­reicht, berichtet der Kölner Stadt­an­zeiger.
Unter anderem habe Heinzes Vertei­digung am Mittwoch beantragt, ihre NDR-Perso­nalakte und Akten des Verfahrens vor dem Arbeits­ge­richt zum Straf­ver­fahren vor dem Landge­richt hinzu­ziehen. Damit solle eine geringere Schuld Heinzes und eine größere Verant­wortung des Produk­ti­ons­systems beim NDR gezeigt werden. Strobels Vertei­diger habe beantragt, einen Gutachter zu laden, der die Qualität seiner Drehbücher bewertet. Strobel wolle zeigen, dass dem NDR durch die Klüngelei kein Schaden entstand und sei sich keines Fehlver­haltens bewusst. Beide Anträge habe das Gericht abgelehnt: Die Vertei­digung spielt auf Zeit (frei zugänglich)

Doris Heinzes Fall sei ein Lehrstück „über den öffentlich-recht­lichen Rundfunk und die Filmbranche“, schreibt Andreas Nefzger in der Frank­furter Allge­meinen: Der fast normale Wahnsinn (frei zugänglich)

In der Süddeut­schen Zeitung schreibt Charlotte Frank, der Prozess gegen Doris Heinze zeige die Schwäche und Sattheit des öffentlich-recht­lichen Fernsehens: Sende­schluss (SZ vom 20.9., Seite Drei)