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Holighaus: „Filmwirtschaft liegt der Gesellschaft nicht auf der Tasche“

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allge­meine Sonntags­zeitung fragt SPIO-Präsident Alfred Holighaus mit Blick auf die aktuelle Debatte zur Filmför­derung und vermeintlich unzurei­chende Rückzah­lungs­quoten von geför­derten Projekten, ob die „Filmför­derung wirklich das Problem“ ist. Die etwas bemüht in den Mittel­punkt der Kritik an der Filmför­derung gerückte Frage nach der Tilgungs­quote für die bedingt rückzahl­baren Darlehen der FFA sei „nicht wirklich die spannendste“. Die Frage sei populis­tisch, weil sie nämlich implizit den Vorwurf der Berei­cherung der Filme­macher auf Kosten ihres Publikums enthalte. Doch spätestens seit der im vergan­genen Jahr im Zusam­menhang mit der konzer­tierten Aktion der Branche für die Sicherung und Erhöhung des Deutschen Filmför­der­fonds entstan­denen Studie sei eindeutig klar, dass die Filmwirt­schaft der Gesell­schaft nicht auf der Tasche liege: „Sie zahlt ihr zurück – doppelt und dreifach. Schon die Herstellung von Filmen ist ein volks­wirt­schaftlich bedeu­tender und progres­siver Faktor.“

Filmför­derung verur­sache keine Qualität, so Holighaus weiter, aber sie könne Qualität ermög­lichen. Die Bedin­gungen schaffe das Gesetz, das in diesen Monaten so heftig, vielfältig, kontrovers und intensiv disku­tiert wird wie seit seiner Entstehung vor 46 Jahren nicht mehr. „Ein Gesetz, gegen dessen angeblich intrans­pa­rente Anwendung die medien­po­li­tische Sprecherin der grünen Bundes­tags­fraktion, Tabea Rößner, öffentlich kämpft, deren Recherchen zum Thema Tilgungs­quote den Rückschluss auf die Wirkungs­lo­sigkeit der Filmför­derung ausgelöst haben.“ Punkte, an denen sich die Effek­ti­vität von Förderung messen lassen müsse seien aber intensive Drehbuch- und Projekt­ent­wicklung, Planungs­si­cherheit für Produ­zenten oder praxisnahe Entschei­dungs­me­cha­nismen. „Es geht schlicht darum, dass Filme unter den Umständen entstehen können, die sie zu ihrer Entstehung benötigen. Dazu soll auch mal die freie Entscheidung gehören, einen Film am Ende lieber nicht entstehen zu lassen, ohne dabei gleich die Existenz seiner Mache­rinnen und Macher zu riskieren.“

Von den Filmen, die gemacht werden, werde das Publikum einige links liegen lassen, andere würden mit Spannung erwartet, angeschaut, geliebt, manchmal auch gehasst und wieder angeschaut – „Und die bringen dann auch noch eine Menge Geld in den Kreislauf der Filmför­derung – mit Rückzah­lungen oder ohne.“ Geld hin und her (FAS vom 2.8.2015 – Feuil­leton, nicht online zugänglich)