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Intendantenriege der Öffentlich-Rechtlichen ohne Fachleute für Kultur und Fiktion

Seit dem 1. Juli sei die Inten­dan­ten­riege der Öffentlich-Recht­lichen mit Tom Buhrow um einen gelernten Journa­listen reicher – eine Berufs­gruppe suche man an der Sender­spitze vergebens: „Fachleute für Kultur und Fiktion“, schreibt Norbert Schneider, ehema­liger Direktor der NRW-Landes­an­stalt für Medien in einem Gastbeitrag für die Frank­furter Allge­meine. „Wer sich für unsere Fernseh­branche inter­es­siert und ameri­ka­nische Serien wie ‚Die Sopranos‘ oder ‚Homeland‘, ‚Breaking Bad‘ oder ‚The Wire‘ schätzt, stellt sich schnell die Frage, weshalb es solche Serien in Deutschland, von rühmlichen Ansätzen wie ‚Weissensee‘ abgesehen, nicht gibt.“ Norbert Schneiders Antwort: „Weil die Drehbuch­au­toren (und die Produ­zenten) sich den zeitlichen Vorlauf, der nötig wäre, nicht leisten können. Und warum? Das können sie deshalb nicht, weil das System, das sich diese Serien finan­ziell locker leisten könnte – schließlich ist es das reichste der Welt –, weil das System sie sich nicht leistet. Nicht einmal: sich nicht leisten will. Sondern viel einfacher: sich nicht leistet. Weil es keinen gibt, der sich der Sache derart annimmt, dass sie etwas werden könnte.“ – Das Fiktionale muss auf Platz eins stehen (frei zugänglich, FAZ vom 5.7.2013, Seite 39 – Medien)