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Internationale Produktionswirtschaft: Extreme Budgets, Erfolge und Flops

Die inter­na­tionale Filmbranche habe in diesem Jahr schon extreme Erfolge und Flops erlebt, schreibt Roland Lindner in der Frank­furter Allge­meinen. Constantin-Chef Bernhard Burgener ziehe aus den Extrem­fällen ein insgesamt positives Fazit für die Branche: „Das zeigt doch wieder einmal: Wenn das Produkt stimmt, dann gehen die Leute auch ins Kino.“ Dafür habe auch der deutsche Kinomarkt jüngst ein eindrucks­volles Beispiel mit dem Überra­schungs­erfolg des franzö­si­schen Films „Ziemlich beste Freunde“ geliefert, den mehr als acht Millionen Menschen sehen wollten.
Generell müsse die Filmin­dustrie heute viel härter um die Aufmerk­samkeit ihres Publikums kämpfen, schreibt Lindner weiter. Soziale Netzwerke brächten eine ganz neue Dynamik in das Urteil der Kinozu­schauer – im guten wie im schlechten Sinne. Filme hätten heute weniger Zeit, ein Publikum zu finden, da soziale Netzwerke sofort das Echo verstärkten, ob es nun positiv oder negativ ausfällt. „Bei einem guten Film kann das zu einem Beschleu­niger werden, aber ein schlechter Film kann viel schneller erledigt sein, wenn vernich­tende Kritiken über ihn herein­brechen“, sagte Burgner dazu: Hollywood buhlt um ein flatter­haftes Publikum (FAZ vom 25.05.2012, Seite 15 – Branchen und Märkte)

Anders als Amerika erlaube sich Deutschland den „Luxus, Filme an der Nachfrage vorbei zu produ­zieren“, heißt es in einem zweiten Artikel im FAZ-Wirtschaftsteil. Nach Angaben der FFA seien von den 532 Filmstarts 2011 fast 40 Prozent deutsche Produk­tionen gewesen, deren Anteil am Publikum habe aber bei weniger als 22 Prozent gelegen. Manfred Heid, Professor für Produktion und Medien­wirt­schaft an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, mache sich Sorgen, dass dieses staat­liche Sicher­heitsnetz in Zeiten wachsender Budgetnöte der Regierung in der Zukunft nicht zu erhalten ist: „Das könnte die Filmwirt­schaft zwingen, sich mehr auf Kommerz auszu­richten und dafür den Anspruch bisweilen etwas zurück­zu­nehmen.“ Heid sehe das nicht nur als schlechte Sache und weise darauf hin, dass sich auf der anderen Seite auch neue Perspek­tiven auftäten. Dies zeige etwa der Aufstieg des Frank­furter Effekt­spe­zia­listen Pixomondo, der in diesem Jahr einen Oscar für seine Arbeit an „Hugo“ gewonnen habe: Fernsehen mit mehr Niveau (FAZ vom 25.05.2012, Seite 15 – Branchen und Märkte)

Im Handels­blatt scheibt Hans-Peter Siebenhaar, die Preise für Filme und Serien aus Hollywood steigen. Einige der Pilot­filme auf der Film- und Fernseh­messe L.A. Scree­nings hätten „teilweise sogar über zehn Millionen Dollar gekostet“. Nach Angaben von Betei­ligten habe Sony für den aufwän­digen Pilotfilm „The Last Resort“ 14 Millionen Dollar ausge­geben. Das sei mehr als das Vierfache eines „Tatort“ in der ARD. Nach Angaben der GfK-Fernseh­for­schung stammten 23 Prozent der Serien im deutschen Fernsehen aus Hollywood, bei Privat­sendern wie RTL könnten es aber durchaus rund 50 Prozent sein. „Auch wenn die Preise in Hollywood steigen, sind die US-Serien immer noch billiger als deutsche Eigen­pro­duk­tionen“, heiße es bei einem Markt­teil­nehmer zur Begründung: Die teure Qualität aus Hollywood (frei zugänglich)