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Jan Mojto über das Verkaufspotenzial deutscher TV-Ware & den Bedarf an High-End-Produktionen aus Deutschland

Jan Mojto, Filmpro­duzent und Rechts­händer Beta Film, habe "Babylon Berlin" bereits in über 60 Ländern lizen­siert, berichtet Joachim Huber im Tages­spiegel. Im Interview spricht Mojto über Verkaufs­po­tenzial von TV-Ware und die Botschaft von Fiktion made in Germany.
Deutsche Krimi­serien und deutsche Fiktion hätten sich in Konti­nen­tal­europa immer schon relativ gut verkauft, so Mojto im Interview, aber neu sei, dass „immer mehr fiktionale Produk­tionen aus Deutschland dem höchsten inter­na­tio­nalen Standard entsprechen.“ Er betont, dass sich deutsche Fiktion nicht in erster Linie „weil sie deutsch sei“ verkaufe,  sondern weil die Kunden an ein Publi­kums­in­teresse glauben würden. Entscheidend seien Produk­ti­ons­weise, Erzähl­haltung und das Thema. Aber auch das „spezi­fisch Deutsche“, die vergan­genen hundert deutsche Jahre würden auf Interesse stoßen.

Im Bereich „Shows und Showformate““ sei Deutschland aller­dings mehr Importland als Exporteur„ Hier werde „adaptiert.“ „Positiv gesagt: Da ist Terrain zu gewinnen.“

Auf dem heutigen inter­na­tio­nalen Programm­markt seien durch­schnitt­liche, aber gute Programme keine Mangelware, so Mojto weiter. „Der große Bedarf besteht an High-End-Produkten.“ Da habe Deutschland Nachhol­bedarf.

Auch spiele es eine Rolle, dass „das deutsche öffentlich-recht­liche System solche Filme (Anm. Bezug siehe Artikel) ermög­licht, die sich mit dem Funktio­nieren, besser Nicht­funk­tio­nieren gewisser Staats­organe beschäf­tigen, darauf reagieren die Leute. Es zeigt dem Ausland, wie reif die deutsche Demokratie ist.“

Abschließend äußert Mojto zur Förderung: „Ein Land wie Deutschland, das nolens volens politisch und wirtschaftlich eine bestimmte Rolle in Europa und der Welt spielt, ein Land, das vom Export lebt, muss ein vitales Interesse daran haben, dass sein Image diffe­ren­ziert darge­stellt und in der Welt verbreitet wird. Der erfolg­reichste Weg, Botschaften zu vermitteln, sind fiktionale Programme. Die Franzosen haben das längst erkannt, die Italiener auch, Deutschland hat das vernach­lässigt. Es geht nicht um Product-Placement, dass da irgendwo ein Porsche gezeigt wird, es geht darum, die deutsche Wirklichkeit zu zeigen. Mehr Förderung kann bei dieser eminent wichtigen Aufgabe helfen.“

Das ganze Interview finden Sie hier: Goldene Zeiten für deutsche Fernseh­serien

(Frei zugänglich)

taz.de: Jugend­serien im deutschen TV: Serien mit jungen Protago­nisten seien in Deutschland sehr erfolg­reich – auch bei Erwach­senen. Das zeige nicht nur der „Club der roten Bänder“. Endlich gutes Fernsehen für alle

(Auf Wunsch frei zugänglich)