Allgemeines

KI.KA-Affäre: MDR bereitet Ausschreibung zusätzlicher Controllingstelle vor

Ein Mitar­beiter des Kinder­kanals Kika habe im bislang größten Betrugsfall im öffentlich-recht­lichen Rundfunk Millionen abgezweigt, schreibt Steffen Grimberg in der tages­zeitung. Alle hätten sich einig sein wollen, „nichts gewusst und nichts gemerkt zu haben“. Der am Freitag auf taz.de veröf­fent­lichte Revisi­ons­be­richt von MDR und ZDF spreche eine ganz andere Sprache, danach seien die Struk­turen bei dem kleinen Erfurter Sender – eigener Jahresetat ca. 36 Millionen Euro – „höchst schlank; so schlank, dass sie zum Betrug förmlich einluden“. Jetzt solle der KII.KA enger in das Controlling der MDR-Fernseh­di­rektion einge­bunden werden, habe MDR-Sprecher Dirk Thärichen: „Die Ausschreibung einer neuen, zusätz­lichen Control­ling­s­telle im Kika wird derzeit vorbe­reitet.“ Das Gezocke von Erfurt (frei zugänglich)

Schon bei einer 2009 vorge­stellten Rechnungs­prüfung, die HR und ZDF gemeinsam über das Kassenjahr 2007 im Kika durch­ge­führt hatten, sei moniert worden, dass der Herstel­lungs­leiter „in zahlreichen Fällen“ seine Vertre­tungs­voll­macht überschritten hatte, schreibt Chris­tiane Kohl in der Süddeut­schen Zeitung. Trotzdem sei ausge­rechnet Marco K. mit der Abarbeitung der Revisi­ons­er­geb­nisse beauf­tragt worden, obendrein habe man auf seinen Antrag hin am 25. Januar 2010 auch noch seine Beauf­tra­gungs­voll­macht von 50.000 Euro auf 250.000 Euro hinauf­ge­setzt. Statt­dessen, so schrieben die Revisoren heute, hätte es schon aufgrund des HR/ZDF-Revisi­ons­be­richts von 2009 „nahege­legen“, den Herstel­lungs­leiter wegen der damals schon erkannten Dienst­pflicht­ver­let­zungen „arbeits­rechtlich zu sanktio­nieren“: System „Kuba“ (SZ vom 09.05.2011, Medien­seite)