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KI.KA-Affäre: Strafprozess gegen Marco K. ab 6. Juni

Der Straf­prozess gegen den früheren Kika-Herstel­lungs­leiter Marco K. beginne am 6. Juni vor dem Landge­richt Erfurt, nach dem derzei­tigen Stand seien zwei weitere Prozesstage am 14. und 23. Juni feste­ge­setzt worden, meldet die Funkkor­re­spondenz. Die Staats­an­walt­schaft Erfurt habe unter­dessen einge­leitete Ermitt­lungs­ver­fahren gegen drei Kinder­kanal-Mitar­beiter einge­stellt, ermittelt werde weiterhin gegen drei andere Kika-Angestellte, einen freien Mitar­beiter des Senders und Geschäfts­führer von sechs Firmen, die in die Betrugs­affäre verwi­ckelt sein sollen: Gerichts­prozess zur Betrugs­affäre beim Kika beginnt am 6. Juni (frei zugänglich)

Neben den Betrü­ge­reien mittels Schein­rech­nungen gehte es in dem Kika-Komplex auch um eine Korrup­ti­ons­praxis, die „eine Art General­ver­dacht auf die Auftrags­vergabe beim Kika wirft – mögli­cher­weise auch darüber hinaus“, schreibt Olaf Sundermeyer in der Frank­furter Allge­meinen. Aus den vier verdäch­tigen Firmen, die in dem Revisi­ons­be­richt von MDR und ZDF erwähnt werden, seien bei der Staats­an­walt­schaft inzwi­schen mindestens sieben geworden. Einigen davon habe Marco K. über Jahre hinweg Berater­ho­norare in Rechnung gestellt. Das Honorar sei in sein Konten­ge­flecht geflossen, ob es die Berater­leis­tungen tatsächlich gab, sei höchst fraglich.

Einzelne Akteure, die in die Kika-Affäre verstrickt sind, behaup­teten, dass verschleierte Zahlungen wie etwa Berater­ho­norare an Schlüs­sel­fi­guren bei den auftrag­ge­benden Sendern immer wieder vorkämen, auch beim MDR, schreibt Sundermeyer weiter: „Tatsächlich gelten Produk­tions- und Service­firmen, die sehr häufig am Rande der Insolvenz arbeiten und hohe Vorleis­tungen an Produk­ti­ons­kosten tragen müssen, als anfällig für die privaten Begehr­lich­keiten ihrer Auftrag­geber.“ Im Geflecht der Konten und Kontore (frei zugänglich)

Marco K. habe „einen mächtigen Beschützer an der MDR-Spitze“ gehabt, schreibt Steffen­grimberg in der tages­zeitung unter Berufung auf „ehemalige Kika-Mitar­beiter“: Fernseh­di­rektor Wolfgang Vietze, der K. schon seit den Übergangs­zeiten des ehema­ligen DDR-Fernsehens ab 1989/1990 kenne, K. stets den Rücken gestärkt und „jegliche Zweifel im Keim erstickt“ habe. Vietze sei mit einer „Ermahnung“ davon­ge­kommen. Zurück­zu­treten brauche er nicht mehr, er gehe zum 1. November in den Ruhestand: Er war so hoch auf der Leiter (frei zugänglich)