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KI.KA-Affäre XIX: Intendanten interpretieren Revisionsbericht „völlig unterschiedlich“

MDR-Intendant Udo Reiter und ZDF-Intendant Markus Schächter hätten ihren jewei­ligen Kontroll­gremien kürzlich Kurzbe­richte einer gemein­samen Revisi­ons­prüfung von MDR und ZDF vor, in welcher der ungeheu­er­liche Millio­nen­betrug beim KI.KA unter­sucht wird, schreibt Chris­tiane Kohl in der Süddeut­schen Zeitung. Was die Inten­danten daraus extra­hierten, lese sich völlig unter­schiedlich: Markus Schächter sehe die Kontroll-Ebene des MDR als mitver­ant­wortlich für die Verun­treu­ungen beim Kika an, Udo Reiter lege ein Haupt­au­genmerk auf die „krimi­nelle Energie“ des mutmaß­lichen Täters: Einzelfall oder System­fehler? (frei zugänglich)

„Der Skandal um den Kinder­kanal zeigt beispielhaft, dass Korruption im großen Fernseh­ge­schäft weit verbreitet ist – durch die Bank und wohl bei allen Sendern“, schreibt Olaf Sundermeyer in der Frank­furter Allge­meinen: Hat der Rabe Dreck am Stecken? (frei zugänglich)

Im Zuge der Aufar­beitung der Betrugs­affäre habe der MDR eigene Versäum­nisse einge­räumt und in der Folge mehrere Verbes­se­rungs­maß­nahmen vorge­schlagen, deren Umsetzung die MDR-Gremien unter­stützen, heißt es in der Funkkor­re­spondenz. Die Betrugs­affäre habe zu mehreren perso­nellen und arbeits­recht­lichen Konse­quenzen geführt. Außerdem prüfe der MDR, ob er gegen bestimmte Personen, die zur Zeit oder früher beim MDR oder Kinder­kanal leitende Positionen innehatten, Schaden­er­satz­an­sprüche geltend machen kann. Dazu zählten auch der frühere MDR-Fernseh­di­rektor Henning Röhl und der frühere Kika-Programm­ge­schäfts­führer Frank Beckmann, der von 2000 bis 2008 den Sender geleitet habe und dann zum NDR als Fernseh­di­rektor gewechselt: Kika-Betrugs­affäre: Gegen sechs Firmen wird ermittelt