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KI.KA-Prozess (3. Tag): „Sendeleitung schwer belastet“

Im Kinder­ka­nal­prozess werde die Sende­leitung schwer belastet, schreibt Steffen Grimberg in der tages­zeitung. Ein Mitar­beiter habe ausgesagt, dass er auf die Spiel­sucht des Angeklagten hinwiesen habe, aber ignoriert worden sei. Der Redak­ti­ons­leiter, den der Zeuge nach eigener Aussage mehrfach und zuletzt noch im Frühjahr 2010 auf die Proble­matik angesprochen habe, „habe abweisend auf die Hinweise reagiert und sinngemäß ‚bitte nicht schon wieder dieses Thema, es ist genug‘ geant­wortet. ‚Ich kann den Redak­ti­ons­leiter verstehen, im Sender hatten alle Angst vor Marco K.‘, so der Zeuge. ‚Auch Frank Beckmann war ihm mehr oder minder ausge­liefert, da der Herstel­lungs­leiter hinter seinem Rücken Absprachen traf, die er kaum überschauen konnte.‘“ Marco K., der ehemalige KI.KA-Herstellungsleiter, habe bereits gestanden, zur Finan­zierung seiner Spiel­sucht den Sender durch Schein­rech­nungen um rund 8,2 Millionen Euro betrogen zu haben. Im Prozess gehe es nur um seit 2005 verun­treute Beträge in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro, da der Rest der Fälle bereits verjährt sei: „Im Sender hatten alle Angst“ (frei zugänglich)

Ein Prüfer vom ZDF habe im Zeugen­stand schwere Vorwürfe gegen den ehema­ligen Ki.Ka-Chef Frank Beckmann erhoben, der Kontrollen vernach­lässigt und Hinweisen auf Casino-Besuche nicht konse­quent nachge­gangen sei, berichtet die Leipziger Volks­zeitung. Er habe „von Schwach­stellen und dem Versagen interner Kontrollen“ berichtet, Der Ki.Ka-Programmgeschäftsführer als Vorge­setzter des Angeklagten hätte zumindest stich­pro­ben­artig die Abläufe überprüfen müssen: „Der Programm­ge­schäfts­führer kann sich nicht nur auf die Position zurück­ziehen, für die strate­gische Ausrichtung des Senders zuständig zu sein“: Gutachter: Früherer Ki.Ka-Manager spiel­süchtig (frei zugänglich)

Wegen seiner Spiel­sucht sei der angeklagte ehemalige Ki.Ka-Herstellungsleiter mögli­cher­weise vermindert schuld­fähig, meldet Focus online: Ehema­liger Herstel­lungs­leiter ist spiel­süchtig (frei zugänglich)