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KI.KA-Prozess: Fünf Jahre und drei Monate für Marco K.

Ein ehema­liger Herstel­lungs­leiter des Kinder­kanals (Ki.Ka) sei vom Landge­richt Erfurt wegen Bestech­lichkeit und Untreue in 48 Fällen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verur­teilt worden, meldet das Handels­blatt. Die Richter hätten es am Dienstag als erwiesen angesehen, dass der 44-Jährige den Sender durch Schein­rech­nungen um mehrere Millionen Euro betrogen hatte. Die Staats­an­walt­schaft habe eine Freiheits­strafe von sechs Jahren und acht Monaten gefordert. Laut Anklage solle der Mann den Sender durch Schein­rech­nungen um mehrere Millionen Euro betrogen haben, der Angeklagte habe die Vorwürfe zu Beginn des Prozesses Anfang Juni einge­räumt und sein Verhalten mit seiner Spiel­sucht begründet: Kika-Mitar­beiter muss jahrelang in Haft (frei zugänglich)

Die gesamte Schadens­summe liege bei 8,2 Millionen Euro, schreibt Olaf Sundermeyer in der Frank­furter Allge­meinen. Mögli­cher­weise sei der Schaden, der dem MDR durch Marco K. entstanden ist, noch deutlich höher als bislang angenommen, denn K. habe auch zu anderen Auftrag­nehmern des Kika „unlautere Bezie­hungen“ unter­halten, die augen­blicklich Gegen­stand von staats­an­walt­lichen Ermitt­lungen sind. Es gehe um weitere Schein­rech­nungen, Bestechung und Vorteils­nahme. Bei der Staats­an­walt­schaft Erfurt heiße es, dass weitere Verfahren zu erwarten seien: Neue Prozesse erwartet (FAZ, 05.07.2011, Nr. 153 / Seite 37 – Medien)

MDR-Intendant Udo Reiter habe am Montag den Rudfunkrat über den aktuellen Stand der recht­lichen Aufar­beitung der Ki.Ka-Affäre und die Umsetzung des im MDR beschlos­senen Maßnah­me­ka­talogs infor­miert, meldet sat+kabel. Spätestens bis 31. Dezember werde der MDR die Zusam­men­arbeit mit allen Firmen beendet haben, gegen deren Geschäfts­führer straf­recht­liche Ermitt­lungen laufen: MDR-Inten­dan­tenwahl im September – Konse­quenzen aus Ki.Ka-Skandal (frei zugänglich)

Für die tages­zeitung hat Steffen Grimberg dem Casino Erfurt einen besuch abgestattet, „wo der Angeklagte jahrelang GEZ-Gebühren in Millio­nenhöhe verzockt hat“: Der nette Gast von Automat 16 (frei zugänglich)